Freitag, 5. Februar 2016

Das flüstern der Toten

Titel:  Das flüstern der Toten
englischer Titel: First Grave on the Right
Reihe: Ja - Band 1 der Charley Davidson  Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Darynda Jones
Verlag: Lyx
ISBN: 978-3-8025-8421-3
Preis: 9,99 $ (D) Taschenbuch 
Seiten: 368
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Erschienen: 12. Juli 2012
Ich fragte mich kurz ob >Ihr schlimmster Albtraum< eine blöde Antwort wäre.
Charley Davidson hat einen ungewöhnlichen Job: Sie weist den Geistern der Toten den Weg ins Jenseits. Als drei Anwälte einer Kanzlei in derselben Nacht ermordet werden, ahnt Charley, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Kurz darauf begegnet ihr in ihren Träumen der geheimnisvolle und gut aussehende Reyes, den sie aus ihrer Kindheit kennt. Charley will der Mordserie auf den Grund gehen und gerät dabei schon bald in große Gefahr. Ein dunkles Geschöpf hat sich erhoben und droht, großes Unheil über die Stadt zu bringen.
Das Cover strahlt etwas aus, das zwischen geheimnisvoll und unheimlich liegt. Und gleichzeitig ist es einfach in seiner ganzen Art ein Blickfang. Dieser Nebel und das leicht verschwommene Gesicht. Dann darunter das Grab. All, das erzeugt eine Stimmung die perfekt zum Inhalt passt. Besonders da eine düstere nebelhafte Gestalt eine besondere Rolle spielt.  

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Beim englischen Cover sind zwar die Sandalen wirklich cool, aber im allgemeinen finde ich es zu hell und weiß und zu ... brav? Ist es das was ich meine? Bei all der Düsternis im Buch wirkt das einfach seltsam unpassend. 
Auch wenn diese Minisense süß ist. ^-^ Sollte jede Frau in der Handtasche haben!!

Erster Satz - Seit Monaten habe ich immer wieder den selben Traum.
 Charley Davidson ist etwas Besonderes. Und das nicht, weil sie so kaffeesüchtig ist wie keine Zweite und auch nicht wegen ihrer Vorliebe für Fast Food. Nein, ihre Besonderheit liegt in ihrem Job. Denn sie ist Schnitterin. Die Einzige auf dem Planeten die den Geistern verstorbener hilft auf die nächste Ebene zu gelangen. Ziemlich cool, wenn man das so sah. Nur sind die Toten manchmal anstrengender als die Lebenden. Zum Beispiel wenn sie ungefragt im Bad stehen ... 

Ich biss mörderisch gequält die Zähne zusammen und schleppte die vierhundertsiebig schmerzende Pfund Richtung Küche und - worauf es wirklich ankam - zur Kaffeemaschine. Koffein würde die Pfunde abschmelzen und in Null Komma nichts mein Normalgewicht wiederherstellen. 

Und wenn es dann einmal so weit ist, das selbst die Toten vor etwas die Flucht ergreifen, sollte man vorsichtig sein. Wie gut das Charley  die Vorsicht in Person ist. Oder zumindest mit der Vorsicht bekannt ist. Ach, reden wir Klartext, sie ist nicht Mal entfernt mit der Vorsicht befreundet und sieht sie höchstens von weiten Mal winken.
Doch dann schneien gleich drei Morde ins Haus und Charley merkt schnell, die Sache ist größer als sie dachte. Ein Junge ist verschwunden, ein Mann steht vor Gericht und drei Geister wollen mit dieser Welt abschließen. Und alles hängt irgendwie zusammen.
Und auch Reyes hat in dem Spiel seine Würfel noch in der Hand. 
Mit einem spritzigen Schreibstil, bei dem kein Auge trocken bleibt, erfreut die Autorin ihre Leser. Denn dass Charley  mal die Sprüche ausgehen, ist wohl nicht abzusehen. Das sie gleichzeitig mit ihrer eher eigenmächtigen Art ihre Umwelt halb in den Wahnsinn treibt, macht dass ganze natürlich perfekt.
Dennoch muss man erwähnen, dass sich in der Mitte eine Länge eingeschlichen hat, bei der es weder vor noch zurückzugehen schien. Man hing da fest. Das nahm Spannung und zug aus der Geschichte raus. Da half es auch nicht zu erwähnen, dass Charley kaffeesüchtig ist. Hat man diese Hürde jedoch erfolgreich überwunden, geht es direkt weiter. Das Ende war spannend, wenn auch etwas abrupt. Ließ jedoch Fragen offen.


Charley  muss man einfach mögen. Sie ist so trottelig verplant, anders und nicht auf den Mund gefallen, dass es eine wahre Freude ist. Ihre Eigenmächtigkeit, die sie oft ganz gewaltig in Schwierigkeiten bringt, würzen ihren Ganzen Charakter ab. Dann dieses kleine Detail mit den Toten, das ihr schon von früh an komische Blicke eingebracht hatte, rundet das ganze ab. Charley ist also im Ganzen nicht diese typische Heldin. Ganz im Gegenteil. Bei ihr geht einiges schief und sie hat mindestens mit genauso vielen Dämonen zu ringen wie du und ich. Nur das uns natürlich kein Geist beim Duschen hinterherspannt. Oder zumindest sehen wir ihn nicht.
Reyes ist da ein ganz anderer Part. Er ist düster - im wahrsten Sinne des Wortes - und so geheimnisvoll das ich nicht sicher sagen kann was er will, warum er es will und wohin die ganze Geschichte überhaupt hinführen wird.
Die Geister, Kollegen und die liebe Familie übernimmt damit den Part der Nebenfiguren und können sich dennoch über Präsenz nicht beklagen. Sie sind lieb gewonnen und es macht richtig Spaß diese zusammentreffen zu verfolgen. und wer das nicht glaubt, der sollte sich mal drei Geister-Rechtsanwälte vorstellen.

Das Flüstern der Toten ist ein Buch, das durch eine interessante Idee heraussticht und dennoch noch ein paar Ecken besitzt. Die charmanten Charaktere und witzigen Sprüche machen das Lesen zu einem Vergnügen, bei dem man sich so einige Lacher wohl nur schwer verkneifen kann. Gleichzeitig zieht sich aber auch der Mittelteil durch extrem viel Daily life. Das hätte man einfach oft kürzen können. Mich interessiert einfach, nicht ob sie dieses oder jenes zum Mittag hatte.
Gleichzeitig hatte ich am Buchende das Gefühl, als würde die ganze Geschichte erst jetzt richtig anfangen. Dieses Gefühl hatte ich schon bei so manchem Buch und habe es nicht bereut Teil zwei eine Chance zu geben. Dies werde ich auch hier tun. Es steckt einfach eine Menge Potenzial in der Story. 

Ein nettes Buch mit einer Idee, der ich mehr zutraue als das was bisher abgeliefert wurde.
4 von 6 möglichen Krümeltörtchen ergaunern sich die Toten. Schauen wir doch mal ob da nicht noch ein paar hinzukommen können.


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