Freitag, 31. Januar 2014

Ruht das Licht

Titel: Ruht das Licht
englischer Titel: Linger
Reihe: Ja -Band 2 der - Die Wölfe von Mercy Falls - Trilogie
Sprache: Deutsch
Autor: Maggie Stiefvater
Verlag: script 5
ISBN: 978-3-8390-0163-9
Preis: 18,90 $ (D) Hardcover
Seiten: 398
empfohlenes Alter: ab 16
Erschienen: 1. September 2011
 
Ich hatte nur einen Gedanken: Überleben.
Und nur diesen einen Gedanken zu haben, Tag für Tag, war geradezu paradiesisch.
 
 
 Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.

Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.

Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird...
 
 
 Wie schon der erste Band, begrüßt uns auch dieser in den zarten Pastellfarben. Diesmal jedoch ist die Wahl der Farbe nicht das warme orange-gelb des Herbstes, sondern Frost überzogenes Blau. Ein Hauch von Grün. Schneeflocken tanzen über das Cover und wie schon zuvor sieht man die Silhouetten von Wolf und Mädchen. Meine Vermutung hier liegt daran das es diesmal nicht Grace und Sam darstellen, sondern den neuen Werwolf Cole und Isabel.
 
 http://d202m5krfqbpi5.cloudfront.net/books/1292482391l/6654313.jpg
 
 An der Stelle werfen wir doch gleich auch einen Blick auf die amerikanische Variante. Ebenfalls in Kühlen Farben gehalten, aber da das Band im eisigen Winter spielt, empfinde ich unsere Variante einfach besser. Es wirkt kälter durch das Blattlose Geäst und die Schneeflocken.
 
 
 Erster Satz - Dies ist die Geschichte eines Jungen, der ein Wolf war, und eines Mädchens, das zu einem wurde.

Sam hat es endlich geschafft den Wolf in sich zu besiegen. Trunkenhaft vor Glück über diese Wendung des Schicksals, hat er das erste Mal etwas vor sich, an das zu denken er sich immer verboten hatte. 
Eine Zukunft.
Gleichzeitig treten aber auch neue Probleme auf den Plan. Da wären zwei der neuen Werwölfe, welche von Beck kurz vor seiner letzten Verwandlung neu ins Rudel aufgenommen hat. Cloe und Viktor. Sie erschienen seltsam und Sam wusste nur eins. Er traute Cole nicht. Nicht weil dieser sich nichts sehnlichster wünschte als für immer ein Wolf zu bleiben. Sich zu verlieren ...
 
"Ich bin nackt," sagte ich.
"Ich auch", entgegnete Isabel. "Unter den Klamotten."
Ich grinste. Ehre, wem Ehre gebührt.
 
Gleichzeitig beginnt es Grace immer schlechter zu gehen. Was mit Grippeähnlichen Symptomen begann, wird bald offensichtlich. Und mit jeden Tag kommt sie dieser schmalen Grenze näher. Der Wolf in ihr hatte begonnen sein Recht zu fordern ...
 
 
 Wie auch schon im ersten Band zieht Maggie Stiefvaters mich in diesen Bann, dem zu entziehen mir einfach nicht möglich war. Eine Story die nicht durch Aktion oder übermäßige Spannung, sondern durch Gefühl und Schicksal bestimmt ist, so fesselnd zu schreiben hat fast etwas Magisches.
Neben den üblichen Verdächtigen Sam und Grace, haben dieses mal auch die kühle Isabel und der Werwolfneuling Cole ihre eigenen Sichtweisen,  aus welchem die Autorin jeweils aus der Ich Perspektive erzählt. Und obwohl es hin und her wechselt, hat man nicht den Eindruck den Überblick zu verlieren, obwohl es zwei Geschichten sind, welche dieser Band zu erzählen hatte.
Insbesondere die Spannung zwischen Cole und Isabel waren für mich eine unbeschreibliche Köstlichkeit.

Ich würde von zwei Generationen atemberaubend schöner Frauen ermordet werden. Splitternackt.


Neben den üblichen Verdächtigen Grace und Sam, welche mich,in ihrer schon zuvor bekannten sympathischen Art und Weise, für sich einnahmen, treten auch zwei andere Charakter in diesem Band näher in den Vordergrund. Die Kühle Isabel, welche sich nach dem Tod ihres Bruders schreckliche Vorwürfe macht und den Jungen Cole, der mehr als jeder andere Wolf sich nur nach dem Vergessen sehnte. 
Gerade mit Cole ist der Autorin ein Charakter gelungen, der mich, selbst in seiner anfängliche Selbstgefälligen Art, faszinierte. Mein Instinkt sagte mir das er nicht so ist, wie er vorgab. Er schien nur ein Spiegelbild zu sein...
Mit Isabel als seine Gegenspielerin ist die Wahl ebenfalls perfekt getroffen. Immerhin kennen wir sie ja schon aus dem ersten Band als recht scharfzüngig. ;)


Wie man es auch dreht und wendet, der zweite Band ist ein würdiger Nachfolger von Nach dem Sommer. Genau wie im ersten Teil startet es ruhig und gemächlich, nur um dann kontinuierlich auf ein Ende hinauszulaufen, das niemals so sein wird wie man es am Anfang noch felsenfest erwartet hatte. Gleichzeitig gehen die bereits vertrauten Charakter nochmals in die Tiefe und offenbaren Momente aus ihrer Vergangenheit. Sam erinnert sich lebhaft an Augenblicke in seinem Rudel und ja, ich hatte den Eindruck das er sie vermisst, wenn er traurig ihrem Heulen lauscht. Es vielleicht sogar vermisst einer von ihnen zu sein und sich gleichzeitig schämt, eben weil er doch Glücklich sein sollte ohne diesen Fluch. Doch was bleibt ihm den noch? Ohne seine Familie?
Auch Cole als neuer Charakter ist eine Bereicherung. Erst wirkte er sehr Flach, doch wer hier aufmerksam ließt, merkt gleich das er nur so tut. Es wie ein Schutzschild ist, hinter den er vergessen zu haben scheint selber zu blicken. Isabel ist hier sein perfektes Gegenstück. Ihre bissige und unnahbare Art täuscht über ihre innere Zerrissenheit hinweg, welche sie nach dem Tod ihres Bruders immer tiefer zu ziehen schien. Beide zusammen ergeben ein sehr chaotisches Paar, das mich oft zum Lachen brachte. Vor allen da ihre Begegnungen sehr oft damit begannen das Cole keine Kleidung trug.
 
Endlich fand ich die Energie, um laut zu werden. "Freiraum? Ihr habt mir einen ganzen Planeten für mich alleine gelassen! Ich habe Hunderte und Hunderte von Abenden alleine hier gesessen und darauf gewartet, dass ihr nach Hause kommt. Ich bin eine Millionen Mal ans Telefon gegangen, um zu hören: "Ach, es wird ein bisschen später, Schatz." Ich habe mich tausendmal selber darum gekümmert, irgendwie von der Schule nach Hause zu kommen. Freiraum. Und jetzt habe ich jemanden gefunden, mit dem ich zusammen sein möchte, und ihr kommt damit nicht klar. Ihr - "
 
Wer mir in diesem Band gehörig auf die Nerven ging, waren Grace Eltern. Hatten diese doch so plötzlich beschlossen mal Eltern zu spielen und Sam von ihrer Tochter fern zu halten. Natürlich war diese Empörung des Lesers über dieses, oft sehr herablassende, Verhalten der beiden von der Autorin bewusst eingebracht. Die ganze Zeit überließen sie ihre Tochter sich selber, und nun halten sie diese für Unfähigkeit den unterschied zwischen Liebe und Sex zu kennen. Sie äußern sich ständig sehr selbstgefällig über die Beziehung. Das es eh nicht lange halten wird. Jede Auseinandersetzung zwischen Grace und ihren Eltern nagte auch an meinen Nerven.
 Jeder der den ersten Band gelesen hat, und nun den zweiten, wird mir hier sicherlich zustimmen können.


Anfangs habe ich mich etwas gewundert, das die Altersempfehlung für dieses Band so rapide in die Höhe gesprungen ist. War das erste noch ab 11Jahren absolut Lesenswert, finden wir den zweiten Band nun ab 16. Aber es ist gerechtfertigt, so viel schon mal vorneweg. Denn mit Cole treten andere Themen ebenfalls auf den Plan.Zum Schluss ist nur zu sagen das es schön ist von einem Folgeband genauso gefangen zu werden, wie es der erste Teil vermocht hatte. Nun steht nur noch das letzte Buch aus. Ich freue mich schon darauf und hoffe vielleicht mehr als nur ein wenig auf mein persönliches Wunschende. :)
So verdient sich Ruht das Licht mit Bravur seine 6 von 6 möglichen Krümeltörtchen und die Absolute Empfelung für alle, die Nach dem Sommer genauso verschlungen haben wie ich.

 

Donnerstag, 30. Januar 2014

Mindfuck-Stories - Durchgedrehte Kurzgeschichten

Titel: Mindfuck-Stories - Durchgedrehte Kurzgeschichten
Reihe: Nein - Einzelband (Kurzgeschichten)
Sprache: Deutsch
Autor: Christian Hardinghaus
Verlag: PRovoke Media
ISBN: 978-3-9816409-0-8
Preis: 14,80 $ (D) Softcover
6,80 $ (D) ebook
Seiten: 176
empfohlenes Alter:
Erschienen: 15. Januar 2014

MINDFUCK STORIES lesen – das bedeutet, sich literarisch mal so richtig den Kopf verdrehen zu lassen. Die fünfzehn mysteriösen Kurzgeschichten in diesem Buch führen Sie geschickt in die Irre, indem sie immer wieder überraschende Haken schlagen. Christian Hardinghaus lädt Sie dazu ein, zusammen mit den Helden der Stories das gänzlich Unerwartete zu erleben. Jede Geschichte birgt ein neues Geheimnis, jede erzählt von einem anderen tragischen Schicksal. MINDFUCK STORIES – intelligent, bissig und voller Emotionen geschrieben!

Für eine Sammlung aus Kurzgeschichten die einem den Kopf verdrehen wollen, finde ich das Cover überaus passend. Das splitternde Glas um das Gehirn lässt gleich vermuten, dass sie einen aus der sonst so festgefahrenen Gedankenwelt herauslocken wollen. Getreu dem Motte - Über den Tellerrand hinaus blicken - 


 Da es sich ja um Kurzgeschichten handelt, werde ich zu jeder ein paar Sätze sagen. Immerhin sie sind sie alle so unterschiedlich wie es nur sein kann. Einzig das Ende ist bei jeder gleich. Überraschend.

Die Fensterpatientin

Erster Satz - Ich hockte wie jeden Tag am Fenster meines Zimmers im zweiten Stock in der psychiatrischen Kinderklinik.

Die achtjährige Emma sitzt vor dem Fenster und denkt über ihre Vergangenheit nach. An den Keller, der so kalt war. An den bösen Mann der sie mit pampigem Brei fütterte und mit einem Wasserschlauch abspritzte wenn er den Gestank ihrer eigenen Fäkalien nicht mehr ertragen konnte ...

Der Baumjunge

Erster Satz - Acer Camestre - ein Feldahornbaum - vielleicht 15 Meter hoch.

Lucas liegt unter einem Feldahorn und sieht hoch in die Baumwipfel. Er weiß das es ein Feldahorn ist, weil er der beste in seiner Klasse in Bio ist. Die Sonne sinkt und er weiß er muss langsam nach Hause. Doch seine Gedanken schweifen ab zu den anderen ... die, die ihn verprügeln und in Mülltonen sperrten.
Hexer müssen brennen ...

Der Vier-Millionen-Euro-Mann

Erster Satz - Im Adlon getanzt zu haben, im Adlon diniert zu haben, im Adlon eine Nacht verbracht zu haben womöglich eine Hochzeitsnacht, das waren glühend ersehnte Dinge, las Manfred Schlender auf der Karte der Lobby Bar des Hotel Adlon Kempinsky in Berlin.

Kann Geld eine psychische Erkrankung heilen?  Fred Paul ist genau das passiert. Kein Wunder also das der Psychiater Manfred das einmal genauer ergründen will.

Das Wohnzimmer-Experiment

Erster Satz - Der Mensch erschrak fürchterlich.

Stell dir vor, um dich nichts weiter als dunkles Nichts. Nur langsam, wie im Erwachen eines Traums, kehrt die Farbe zurück. Die Bewegungslosigkeit nimmt ab, du riechst Kartoffelsuppe, spürst die Weichheit der Kissen, hörst Frau und Kind. Nur noch ein Stück fehlt ...

Das Kopfding

Erster Satz - Saskia Berling weinte leise.

Die junge Cassandra hat Angst vor der morgigen OP. Zusammen mit ihrer Mom und ihrer Schwester, mit der sie unzertrennlich durch den Tag geht, hat sie sich ins Bett gekuschelt. Doch obwohl auch die Mom Angst hat, macht sie ihrer Tochter Mut.

Fuchsteufelswild

Erster Satz - "So, dann schieß mal los, ich habe echt keinen Bock, dass du mich noch länger hinhälst!"

Florian ist Fuchsteufelswild. Da ruft ihm seine Freundin mitten im Urlaub an. Sagt sie hätte jemanden kennen gelernt und es würde sich einiges ändern. Und zu Hause muss er erfahren das Wilfried in der Küche schläft.

Nachkriegskleid

Erster Satz - D-Day, 6. Juni 1944.

Weltkrieg und Schützengraben. Sperrfeuer und Granaten.
Leutnant Steinn brüllt seinen Kameraden den Rückzugsbefehl zu. Er selbst starrt wie gebannt in die Augen eines feindlichen Soldaten.
Sieht er mich?

Flugsimulantin

Erster Satz - Die genau 40 Paxe erschienen ihr bislang relativ gelassen auf ihren Sitzen.

Einsteigen. Bitte Einsteigen in den Airbus 0 Angst. Das beste um Flugangst zu bekämpfen. Erleben sie in einer authentischen Simulation das auch ohne Triebwerke das Flugzeug nicht wie ein Stein vom Himmel fällt. Terroristen, Bomben und Co. von unserem perfekt geschultem Personal im Griff gehalten werden. Oder?

Der Schätzer

Erster Satz - "Es ist einfach unfassbar, du hast einen Schatz ausgebuddelt!"

Hauke Visser, welcher nach einem Traumatischen Erlebnis von dem Feuerwehrdienst beurlaubt wurde, kann es nicht fassen. Ein Schatz ein echter Schatz. In seinem Garten! Endlich würde alles gut werden. Sein Sohn würde begeistert sein und seine Frau endlich zu ihm zurück kommen. Da war er sich sicher!

Hypnozähne

Erster Satz - "Therapeutische Trance ist fokussierte Aufmerksamkeit, die auf bestmögliche Weise so gesteuert wird, dass der Patient seine Ziele erreicht."

Eine Dentalphobie zwingt Nina zu einem wichtigem Schritt. Sie sucht einen Hypnotiseur auf, um die Probleme endlich in den Griff zu bekommen. Ihre Freundin Beate drückt fest die Daumen. Die Sitzung wird auch ein voller Erfolg. Abgesehen von einem gewissem Hypnotischem Kollateralschaden.

Die Tantenüberfahrt

Erster Satz - "Shit. Mein Kopf platzt!"

Der Bestatter Patrick Cooper ist auf dem Weg zu einer Insel, um eine Klientin abzuholen. Das er auf dieser Reise seinen Arbeitgeber persönlich trifft, ist eine sehr unvorhergesehene Wendung. Aber wer ist der Junge im lila Pullover?

Kein reiner Wein

Erster Satz - "Im Namen des ..."

Nach der Hochzeit ändert sich vieles. Das muss auch Marion erfahren, als sich ihr sonst so charmanter Mann in eine bösartige Bestie verwandelt. Jahrelang schweigt sie über den Terror. Es gibt nur einen Ausweg.

Panzerschokolade

Erster Satz - "Wir teilen ja Drogen, die wir beschlagnamen, nur in fünf Klassen ein. ..."

Jeff ist aufgeregt. Gleich würde er seinen ersten Zugriff als Drogenfahnder vollziehen. Ziel war eine Methküche. Der Dealer war zu Hause. Alles war geplant... bis auf den Teil an dem sein Partner zum korruptem Coop wurde ...

Zwischen Tür und Angela

Erster Satz - "Ding Dong."

Lennard ist sauer. Seine Freundin schnauzt ihn an weil er mal  zwei Tage durchfeiert. Beschimpft ihn als Alkoholiker und fährt zu ihrer Mutter. Super. Aber natürlich kann es noch nicht gewesen sein. Wer zum Geier klingelt in dieser Herrgottsfrühe an der Tür?

 Pappkameraden

Erster Satz - Frank Ribéry lupfte den Fußbal im Schneegestöber über Iker Casillas.

Vincent hätte es wissen müssen. Es früher bemerken müssen. Donald Duck und Gustav Gans. Es war so einleuchtend. Und ein Fehler? Aber hat er es deswegen verdient hier draußen zu erfrieren?

 
 Ein lebendiger Schreibstil der eine von der erste Seite an gefangen nimmt, in die jeweiligen Schicksale zieht, berührt, verblüfft, eine Gänsehaut über Rücken rinnen lässt. Und obwohl die einzelnen Geschichten so verwirrend, so wende-reich sind, sind die Übergänge so fließend das man in keinem Fall das Gefühl hatte die Story würde sich selber überlagern oder aufhängen.


Lange habe ich überlegt was ich zu diesem Bereich sagen könnte. Jeden Charakter einzeln durchnehmen erschien mir unsinnig. Zum Schluss bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass sie alle speziell sind. Den hier steht, meiner Meinung nach,  nicht die Person im Mittelpunkt, sondern Geschichte und Schicksal. Etwas das für mich eine absolut neue Leseerfahrung war.


Der Begriff Mindfuck sagte mir damals nichts. Ich konnte es nicht einordnen und so war es der Klappentext gewesen, welcher mich erfolgreich gelockt hatte. Alles andere als meine schlechteste Entscheidung, wie sich schon nach der ersten Geschichte herausstellte. Und obwohl ich sie mir eigentlich für den Weg zur Arbeit aufheben wollte, wurden sie eine nach der anderen Verschlungen. Einfach weil es so seltsam war, sich durch die paar Seiten so überraschen und verwirren zu lassen. Die Enden, die einen zum Grübeln brachten, in denen kein klarer Abschluss zu finden war. Selten hat ein Buch mich so zum "Weiterspinnen" der Geschichten/Schicksale gebracht.
An gleicher Stelle noch ein kleines Wort der Warnung. Wer sich dieses Buch holen möchte, in der Hoffnung es wären witzige oder Sinnfreie Enden dabei, den muss ich enttäuschen. Ein Happy End sucht man hier vergebens. Wie der Autor in der Leserunde selber sagte, eignen sich Schockierende Mindfucks für diese Storys einfach am besten.
Aber wen das nicht abschreckt, es sogar, im manchmal sehr eintönigem Enden-Matsch der Bücher, begrüßt, dem kann ich Mindfucks definitiv empfehlen.
Aber Vorsicht. Suchtgefahr! ;)


Wann ist ein Buch gut? Viele haben hier sicherlich eine ganz eigene Interpretation. Für mich persönlich ist ein Buch gut, wenn man sich noch lange nach dem Lesen Gedanken darüber macht. Wenn man beim zweitem mal sogar noch hier und da kleine Hinweise entdeckt.


Genau deswegen kann ich für dieses Buch auch guten Gewissens stolze 6 von 6 Krümeltörtchen  vergeben.
Eine absolute Kaufempfehlung für all jene, die sich überraschen und Schockieren lassen wollen. :3


Montag, 27. Januar 2014

Ein Vampir ist nicht genug

Titel: Ein Vampir ist nciht genug
englischer Titel: Once bitten
Reihe: Ja - erster Band der Jaz Parks - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Jennifer Rardin
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-53311-0
Preis: 7,95 $ (D) Softcover
Seiten: 398
empfohlenes Alter:
Erschienen: 6 Juli 2008
Leseprobe

"Lass dich nicht von Nebensächlichkeiten ablenken", ermahnte er mich mit strengem Bariton. "Wir haben einen Auftrag zu erfüllen."
"Aber wenn ich diese alte Schachtel gegen den nächsten Laternen pfahl rammen dürfte, würde ich mich viel besser fühlen."


»Hi, ich bin Jaz Parks. Mein Boss ist Vayl. Er wurde 1744 in Rumänien geboren. Dort ist er auch gestorben – umgebracht von seiner Vampirbraut Liliana. Doch das alles ist finstere Vergangenheit. Jetzt arbeitet Vayl für die CIA und macht das, was er am besten kann: Er legt Vampire um. Und ich helfe ihm dabei. Man könnte sagen, ich bin ein Hilfskiller. Aber sagen Sie das ja nicht zu laut …«



Kennt ihr das wenn man ein Cover sieht und es gleich total toll findet? Ganz egal das ausgefallene Prägungen und Co fehlen. Man mag es einfach? Genau so geht es mir bei Ein Vampir ist nicht genug. Ich hab es gesehen und fand es sofort unheimlich passend.  Es war sehr einfach und doch prägnant. Das herabtropfende Blut spart überschüssige i-Punkte und die Ornamente im unteren Teil passen einfach Super. Kurz um. Der Heyne Verlag lehnt sich mit Berechtigung, in meinen Augen, an die amerikanische Variante an.

http://www.mikescomics.com/images/oncebittentwiceshy.jpg

Hier sieht das herabtropfende Blut zwar realistischer aus, dafür haben wir Ornamente die den Namen der Autorin super hervorhebt.
Ich bin begeistert. :3


Erster Satz - "Angst ist Bockmist."

Jaz ist sich sicher. Dieses Mal wird sie von ihrem Boss gefeuert. Das letzte geschrotete Auto wäre wohl definitive das letzte in ihrer Karriere als Auftragskillerin gewesen. Doch dann die Erlösung ... es kommt sogar noch schlimmer! Statt hochkant von Pete herausgeworfen zu werden, bekommt sie einen neuen Partner. Sarkastisch, Bleich und geboren im erfrischendem Jahr 1713. Doch ihre Anfängliche Abneigung wandelt sich in ... - ja eben nicht was du gerade denkst! - Vertrauen. Sie und ihr neuer Partner, Vayl, spielen sich schnell aufeinander ein und legen in ihrer bisher sechsmonatigen Partnerschaft so manchen bösen Typen um.

Offenbar impliziert er damit, dass eine Frau wie ich ein Wunder braucht, um sich in eine umwerfende Dame zu verwandeln, und wie wir alle wissen, brauchen Wunder Zeit. Was für ein Arsch!

Da scheint der Auftrag einen Schönheitschirurgen, der seine Finger im Terrorismus drin hat, kalt zu machen doch als Aufwärmtraining. Jaz und ihr untoter Partner ahnen ja nicht, dass die Söhnen des Paradieses weitaus größere Pläne verfolgen. Plötzlich werden Anschläge auf das Duo verübt und ihnen wird klar. Die Ratte sitzt in den eigenen Reihen ...


Jennifer Rardin treibt die Story von der ersten Seite an voran. Zeit für Langeweile oder ein langatmiges ziehen wird man vergeblich suchen. Vielmehr geht es Hals über Kopf von einem zum anderem und man muss sich schon Konzentrieren, will man auch wirklich nichts verpassen. Dabei kommen schwarzer Humor, schrullige Vergleiche und amüsante Diskussionen zwischen Jaz und Vayl nicht zu kurz.
Das ganze Buch ist aus Jaz´s Sicht, in der Ich Person verfasst, und gibt so wunderbare Einblicke in ihre Psyche. Dazu die flotten Sprüche ... Ich weiß nicht wie oft ich mich Lachend herumgewälzt habe.

"Du würdest also die Senatoren bevorzugen?"
"Absolut. Sie können lange nicht so gemein, intrigant, bösartig und hinterhältig sein wie Martha."
"Sie ist eine hervorragende Sekretärin, nicht wahr?"
"Die Beste."


Von Beginn an hat mich die Kombination aus Jaz und Vayl fasziniert. Sie sind auf der einen Seite sehr gegensätzliche und dann wieder sehr ähnliche Charaktere. 
Gleich von Beginn an wird klar das Jaz alles andere als ein Mauerblümchen ist. Sie tritt den Bösen in den Hintern, wird mehrfach erwähnt im Buch ;) , und sie tut es gerne. Sie liebt ihren Job, auch wenn sie selber sagt das er ihr hilft nicht durchzudrehen. Denn auch Jaz hat ihr Päckchen zu schleppen. Was das genau ist wird im Laufe der Geschichte klar. 
Zum anderen hätten wir Vayle. Er ist der Vampir in der runde und wirkt zu Anfang ruhig, besonnen und etwas emotionslos. Wenn er richtig lacht ... zuckt eine Augenbraue ...
Jedoch hatte ich ihn schnell durchschaut. Unter der kühlen Oberfläche ist ihm Jaz als Partnerin sehr wichtig. Er sorgt sich um sie. Dieses Auf-einander-aufpassen wird von beiden Seiten sehr ernst genommen.
Diese Zwei zusammen genommen haben ihren ganz eigenen Charme dem ich mir absolut nicht entziehen konnte. Sympathisch, nett aber auch Verletzlich. Eine absolut einnehmende Mischung.
Die anderen Nebencharaktere sind vom Gleichen Schlag. Sehr durchdacht und lebendig treffen sie auf den Leser und obwohl man viele Namen, Personen und Beschreibungen geliefert bekommt, ist es lächerlich einfach sie mit Bild im Kopf absolut präzise auseinander zu halten. Das sagt, finde ich, schon eine Menge.


Wer zu diesem Buch greifen will, weil er die Biss-Reihe so toll fand, oder ein großer Fan von Storys a la Lynsay Sands und Katie McAlister ist, den muss ich leider enttäuschen. Der Titel ist irreführend, den anders als in Büchern der erwähnten Autorin, findet man in diesem nur zarte Verbändelungen. Beide Charakter haben auch wirklich genug zu tun. Jaz hängt noch zu sehr an ihrer Vergangenheit und Vayl ... nun er hat eine solch miserablen Ehe hinter sich, das manche seiner verstorbenen, und nun untoten, Vampirela schon viel früher einen Pflog durchs Herz getrieben hatte.
Zudem bleibt wenig Zeit wenn man von einem Anschlag in den nächsten Stolpert und nebenbei in Erwägung zieht die Welt zu retten. Die Romanze ist erfrischend zart gestreut. Man merkt das sich die Charakter auf einer tiefen Ebene vertrauen und mögen, aber Jaz absolut nicht der Charakter der sich vor einem knackigem Po gleich auf den Rücken rollte. 

"Ein Vampir muss wissen, dass ich mich bei zunehmendem Hunger der nächsten verfügbaren Nahrungsquelle zuwenden würde."
"Das klingt so, als wäre ich ein Müsliriegel."

Genau das war eine Sache die mich sehr überzeugt hat. Es war erfrischend angenehm. Weder so ein ewiges hin und her noch ein Oh mein Gott ich Liebe ihn! nach 5 Sekunden Blickkontakt. Auch das die Vampirseite nicht so übertrieben Ausgeschlachtet wurde; war unglaublich angenehm. Ganz im Gegenteil. Vayl ist, so untot wie er auch ist, Mensch geblieben. So hat er zum Beispiel eine kleine ... okay Panische ... Abneigung gegen Schlangen. Weitere Phobien wurden angedeutet. Wie niedlich ist das den! Mal ein Macho VampY :3
Neben dem witzigen Schreibstil und der Story, die so hin und her geht, immer wieder Stückchen aus der Vergangenheit der zwei beleuchten, wurde es keinen Moment langweilig. Dass ich zudem bis auf die letzten 30 Seiten nicht sicher sagen konnte wie nun die Story im ersten Band ihr Ende findet, sich die Autorin noch viele Fragen für die Folgebände aufgespart hatten und man nun doch hofft das Jaz und Vayl sich auf die gleiche zarte weise weiter annähern, haben mir Hunger auf mehr gehabt. Die weiteren Teile der Jass Parker -Buchreihe werden definitiv ihren Weg in mein Regal finden.
Das einzige Manko ist die doch schon recht kleine Schrift.


Für jeden der einen rasanten Krimi mit unerwarteten Wendungen und sympathischen Charakteren, bei denen sich einmal nicht alles nur um Händchenhalten und Co dreht, genießen will, sollte sich Ein Vampir ist nicht genug definitiv zulegen. Selten habe ich solch einen Klasse und absolut anderen Vampir-Krimi-Roman gelesen. Und das für 7,95 $ (D) !!


Für diesen Hochgenuss der Vampir-Krimi-Romane, wo mich Jaz so sehr an meinen persönlichen Charakter Liebling (weiblich) Kate Daniels, aus Stadt der Finsternis, erinnerte, gibt es verdiente 6 von 6 Krümeltörtchen, sowie Hohe Erwartungen an Band 2.



Freitag, 24. Januar 2014

Wings - Der Mysteriöse Mr. Spines

Titel: Wings
englischer Titel: Wings
Reihe: Ja - 1 Band der Der mysteriöse Mr.Spines -Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Jason Lethcoe
Verlag: ars dition
ISBN: 978-3-7607-53-23-2
Preis: 12,95 $ (D) Hardcover
Seiten: 224
empfohlenes Alter: ab 10
Erschienen: 1 Juli 2010
Auszeichnung: Kinderbuch des Monats (7.2010)
Leseprobe  Klick ins Buch


Von sieben Brücken zwischen den Welten
sind fünf lange zerschunden.
Die sechste kein Geländer hat,
die siebte ist verschwunden.
...


 Von einem Tag auf den anderen ist im Leben des jungen Edward Macleod nichts mehr so, wie es war. Wie ist es möglich, dass ihm Flügel gewachsen sind? Und wer ist der mysteriöse Mr Spines, der ihn aus höchster Gefahr rettet? Könnte er der Schlüssel zu den Geheimnissen sein, die Edward plötzlich umgeben?


Mit Wings ist gleichzeitig ein Buch in einer sehr Hochwertigen Ausstattung in mein Haus geflattert. Es glänzt durch hervorragende Bindung und einer wunderschönen Aufmachung, die mich gleich in den Bann zog. Das Cover passt perfekt zur Story und die düsteren, etwas schummrig wirkenden Farben, verlockten mit sanfter Stimme zum Lesen. Zum abtauchen in verborgene Geheimnisse.
 Der Titel ist Silber und mit einer leichten Prägung aufgebracht und lässt es sehr wertvoll wirken. Zudem finde ich die ganze Schrift einfach wunderschön. Ich liebe dieses verschnörkelte, alte. 
Auch die Innengestaltung kann sich sehen lassen. Der Titel jedes einzelnen Kapitels ist in der gleichen Schriftart gehalten und damit ein absoluter Hingucker, ohne viel Aufwand.



Erster Satz - Edward Alistari Macelod hatte eine juckende Stelle, an die er nicht herankam.

Das erste Band der Der mysteriöse Mr.Spines -Buchreihe handelt von dem 14 jährigem Edward, welcher nach dem Tod seiner Mutter, von seiner Tanze in eine Schule für problematische Jugendliche gesteckt wurde. Dort lernten sie, wie man besonders widerliche Jobs wie Abwasserrohre reinigen oder Schimmelbeseitigung richtig ausführt. Jeder in dieser Schule war im Allgemeinen stark in den Armen und schwach im Kopf. Also das genaue Gegenteil von dem Was Edward war. Mit seinen schlaksigen zwei Metern, der dürren Statur und der Angewohnheit in Stresssituationen zu Stottern, bringt ihm mehr als genügend Hohn und Spott ein.
So ist es Edward lieber wenn er alleine ist uns sich ganz auf seine Kartenhäuser konzentrieren kann. Nur da kommt sein aufgeweckter Verstand zur Ruhe.

Edward schrie auf. Ein grässliches Reißen erklang und die beiden Punkte bohrten sich durch die Haut. Den nadelscharfen Spitzen folgten zwei große schwarze Gebilde, die sich im Hervortreten entfalteten und Edwards Pulli am Rücken in Fetzen rissen.

Als wäre das nicht alles schon schwer genug, hat der Junge noch ein weiteres Problem. Zwei Juckende Stellen direkt oberhalb seiner Schulterblätter. Während ihm das nur peinlich und unangenehm ist, warten andere Wesen darauf das sich die anstehende Metamorphose endlich vollzieht. Und Edward sich als das Auszeichnet was er in Wahrheit ist. Kein Mensch, ... sondern ein Wächter ...


Gleich zu Beginn merkt man natürlich, dass dieses Buch für die jüngere Generation geschrieben ist. Die Sätze sind kurz und prägnant. Die Kapitel in einer schön übersichtlichen Länge und die Wortwahl einfach. Dennoch braucht sich Wings nicht hinter anderen Büchern zu verstecken. Denn die Welt um Edward und Woodbine, der ersten Ebene nach dem Tod, schlägt in spielender Leichtigkeit auch ältere Leser in den Bann. 
Von Anfang bis zum abrupten und sehr offenem Ende bleibt es spannend und nicht eine Sekunde will man das Buch aus den Händen legen.


 Edward hat es nicht leicht. Er ist ein Charakter mit einigen Schwächen. Er hält sich selber nicht für sonderlich Mutig und sieht an sich selber viele Schwächen. Dennoch lässt er sich nicht unterkriegen und kämpft sich durch. Dabei spürt man die leichte Entwicklung sehr deutlich. Er beginnt mehr auf seine Stärken zu vertrauen und seine Schwächen zu akzeptieren, damit umzugehen und sich auch mit den anfangs sehr Zwiespältig betrachteten Flügeln zu arrangieren. Er ist nicht der Typische Held der Geschichte, aber er hat das Zeug es zu werden!
 Mr. Spines, das Hermelin Sariel, sowie die geflügelte Kröte Artemus, sind mir ebenfalls sofort sympathisch gewesen. Die kleinen Zankerein zwischen Hermelin und Kröte, und auch das Mr Spines nicht der ultimativ Mächtige war, gaben der Geschichte eine ganz eigene tiefe und Glaubwürdigkeit.
 

Ein Kinderbuch das sich um den Tod dreht.
Es klingt seltsam aber genau das ist Wings. Es drehte sich um den Tod. Schön beschrieben und mit einer gut ersichtlichen Böse-Gut Trennung schildert der Autor wie der recht untypische Junge Edward zum Helden seiner eigenen Geschichte wird. Und zum Ende hin findet sich der Leser schließlich in der ersten Stufe der Totenwelt wieder.
Dabei verwebt Jason Lethcoe gekonnt Mythologie, Sagengestalten und Glaubensrichtungen zu einem Dichtem Netz auf dem dieses Buch förmlich Tanzt.
Trotz brenzliger Szenen, wird dennoch auf die Darstellung unnötiger Gewalt verzichtet. Etwas was man in einem Kinderbuch schließlich nicht unbedingt finden möchte. Das Edward allerdings auch seine eigenen Ängste durchlebt oder eine kleine Verletzung bei einer Auseinandersetzung mit spitzzähnigen Gefallenen, davonträgt, ist nur realistisch und gibt dem Buch eine natürliche/realistische Ebene auf welcher es agieren kann.
Ein besonderer Leckerbissen bot am Buchende das Glossar, in welchem Charakter, Begriffe und Teile der Welt erklärt wurden. So erfuhr man über so manchen Ort zusätzliche Details, erhielt nähere Informationen zu Mr. Spines und Co. Auch die Leseprobe des zweiten Bandes, welche man hinter dem Glossar fand, ist in meinen Augen eine wundervolle Idee und machte mir gleich noch mehr Lust das zweite Band bald in meine Finger zu bekommen.

 Letzter Satz - Dies war eine wunderbare Nacht, um zu fliegen.


Die Idee einmal den Tod in einem Kinderbuch zu behandeln und es dann gleichermaßen noch so gut zu schreiben das es selbst für Erwachsene wie mich ein Leckerbissen ist, ist in meinen Augen eine wirklich große Leistung. Besonders wenn man sich einmal das empfohlene Alter anschaut. Aber man sollte sich, besonders bei diesem Buch, nicht aufs Glatteis führen lassen. Denn nicht nur Kinder haben hier dran ihren Spaß, sondern auch Erwachsene wie ich kommen auf ihre Kosten.
Der einzige kleine Manko ist das dieses Buch so kurz war. Gerne hätte ich noch ein paar mehr Seiten gehabt, in denen ich Edward auf dem Weg durch diese neue Welt begleiten hätte können. Zum Glück gibt es noch zwei Bände: :3

 
Ihr merkt sicherlich meine Begeisterung. Also wird euch mein Urteil, von 6 von 6 absolut verdienten Krümeltörtchen, wohl keineswegs verwundern.


Dienstag, 21. Januar 2014

Geborene der Nacht

Titel: Geborene der Nacht
englischer Titel: Born in Twilight
Reihe: Ja - 3.deutscher Band der Wings in the Night - Buchreihe
Es ist nicht zwingend notwendig hier der Reihe nach zu lesen.
Sprache: Deutsch
Autor: Maggie Shayne
Verlag: Mira - Taschenbuch
ISBN: 978-3-89941-581-0
Preis: 7,95 $ (D) Softcover
Seiten: 316
empfohlenes Alter: ab 15
Erschienen: 2. März 2009

Grauen erfüllte mich. Er war ein Monster! Ein Dämon. Ein ... ein Vampir. Ich erschauerte, als ich die Bedeutung des Wortes begriff. Aus mir hatte er eine Kreatur gemacht, wie er eine war. Und ich hatte es zugelassen ... ich ...



Die Novizin Angelica kann es kaum erwarten, endlich ihr ersehntes Gelübde abzulegen und Nonne zu werden. Da wird sie eines Nachts von einer brutalen Kreatur angefallen und zur Vampirin gemacht. Verzweifelt versucht sie ihrer neuen, sündigen Natur zu widerstehen. Vergebens! Als sie Jameson Bryant begegnet, ist sie so betört vom Duft seines Blutes, dass sie sich nicht mehr länger zurückhalten kann. Voller Begierde stillt sie ihren blutigen Hunger ... und schenkt neun Monate später der kleinen Amber das Leben. Doch eine teuflische Macht droht nicht nur sie, sondern auch das Baby zu vernichten.


Das erste was bei diesem Buchauffällt, ist der herbe Widerspruch. Einerseits verspricht schon der Titel das es ein Vampir-Roman wird. Zum anderen sieht man im Hintergrund jedoch die kirchlichen symboliken. Dazu das Kreuz. Das sich dieser Konflikt zwischen Glauben und Liebe auch im Buch wiederfindet, hat mich dann wirklich überrascht.  :3
Schauen wir uns mal das amerikanische Cover an, muss ich sagen das ich unsere Variante um Längen besser finde. Hervorrangende Arbeit vom Mira-Taschenbuch.

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Erster Satz - Ich bin verflucht, verflucht, verflucht.

Die Novizin Angelica steht kurz davor ihr ersehntes Gelübde abzulegen und so vollkommen in den Kreis ihrer Schwestern aufgenommen zu werden. Und obwohl Zweifel manchmal in ihr aufkommen, ist es doch für sie der einzige Weg um zu beweisen das sie ein guter Mensch ist.
Als sie an einem Abend, trotz abraten einer Schwester, sich alleine auf den Weg zum Obdachlosenasyl begibt, ahnt sie nicht das sie bereits erwartet wird. Ahnungslos wird sie mit Hilferufen in eine Gasse gelockt und dort auf brutalste Weise zum Vampir gemacht. Ihr Schöpfer ist sogleich auch eifrig daran bemüht ihr die Feinheiten des Vampirseins zu vermitteln und tötet vor ihren Augen einen Mann. Sie selbst soll einen Jungen töten. Sie weigert sich und tötet eher durch Zufall ihren Schöpfer. Doch nun ist sie alleine, unwissend und fest davon überzeugt von der Gnade Gottes verstoßen worden zu sein. So tut sie das einzige was in ihren Augen den Frevel ihrer Existenz wieder gut machen könnte. Sie zieht sich zum sterben zurück.
Halb verhungert wird sie in einem Haus von einem Mann angesprochen und tötet ihn fast in überwältigender Blutgier. Tötet ihn ... fast...
Bevor sie sich fangen konnte, taucht schon ein Agent der DPI auf und verspricht ihr das es eine Möglichkeit gibt sie wieder in einen Menschen zu verwandeln. Trotz leiser Warnungen in ihrem Kopf geht sie mit ihm ... Lange dauert es nicht, bis die schreckliche Wahrheit über die DPI offensichtlich wird. Doch ist es da schon zu spät.... für sie und auch für ihr Kind ...


Maggie Shaynes Schreibstil ist sehr angenehm und gefühlvoll. Sie legt viel wert darauf, dem Leser besonders am inneren Konflikt zwischen Glaube und Liebe bei Angelica teilhaben zu lassen. Schafft es aber auch Zweifel und Vorurteile gegenüber Dingen, die neu und unbekannt sind, perfekt und Wort und Szene zu erfassen.
Das Buch wechselt zwischen Angelica und Jamison hin und her und gibt so wunderbar die Gelegenheit ihre Ansichten und Einstellungen hinter den, doch oft sehr störrischen, gesprochenen Worten zu sehen.


Neben einer kleineren Anzahl an Nebencharakteren, die allesamt super Sympathisch und einnehmend sind, stehen Angle und Jamison im Mittelpunkt des Geschehens. Beide sind sich auf merkwürde Weise sehr ähnlich. Angelica ist Novizin gewesen und vertritt anfangs sehr heftig die Meinung sie wären Monster, verflucht und co. Jamison ist dadurch verletzt und reagiert sehr bissig. Später verändert sich ihre Ansicht und doch blieben diese Anfänglichen Streiterein noch lange in dieser Beziehung der beiden vorhanden. Die Sturheit teilen hier mal wieder beide, genauso wie die blühenden Gefühle zueinander ...


Geborene der Nacht landete eher zufällig in meiner Hand. Wer schuld war? Ein Sonntag und ein Flohmarkt. Später bemerkte ich dann ... oh Schreck ... dass es nicht der erste Teil war. Zum Glück verzieht die Wings of the Night - Reihe von Maggie Shayne das sehr gut. Die Reinfolge ist hierbei nicht bindend, da jedes Band zwar gleiche Charaktere, aber abgeschlossene Geschichten enthält.
So konnte ich mich also doch ans Lesen machen und war schnell von Story und Idee begeistert. Die Charakter sind Sympathisch und einnehmend. Die bösen, genau wie es sich gehört, böse und oft wünschte ich mir das ein Vamp mal etwas deutlicher Zähne zeigt ...
Anders in vielen Vampir-Roman wurden hier einmal die Nachtwesen nicht als übermächtig hingestellt, sondern besaßen eine ausgewogene Portion schwächen. Auch ist es Genetisch abhängig wer überhaupt in einen Vampir verwandelt werden konnte. All diese Kleinigkeiten und Details wurden gut und Bildlich dargestellt. Besonders der Konflikt den Anngelica aufgrund ihres Novizenlebens mit der neuen, unbekannten, Seite der Nacht und der Liebe hatte, hatte mich gefesselt. Teilweise war es deutlich übertrieben und etwas Fanatisch dargestellt, legte sich aber immer recht schnell wieder ohne das der Stil des Buches darunter Litt.
Was mir beim Lesen aber mit wachsender Seitenzahl auf den Keks ging, war zum einen die Tatsache das Angelica und Jamison ständig betonen mussten wie sehr sie sich den Nicht! leiden konnte, obwohl sie sich im Geiste schon anschmachteten. Erst am Ende kam dann die große "Offenbarung", wo ich dann dachte "Nah endlich haben sie es auch mal hinbekommen".
Das zweite waren die Ständigen Entführungen. Die DPI hatte so dermaßen leichtes Spiel mit den Vampiren ... die sind ja teilweise fast freiwillig in die Grube zum sterben gegangen. Droge hin oder her ist jetzt einfach mal außer acht gelassen. Es nervte einfach etwas und machte den Eindruck als liebte die Autorin es Entführungszenen in allen möglichen Varianten zu schreiben. Das letzte wäre, neben meiner Abneigung für den Doppelnamen des Baby´s - Ich meine Amber gut, oder Lily, aber muss man sie ständig Amber Lily nennen? - das Ende. Es überhetzte sich etwas und ... kam dann teilweise sehr überzogen rüber. Vampire - Okay. Typen die die Vamps an den Kragen wollen und das Thema Religion - gut und schön. Aber als dann das Kind von einem Engel errettet wurde ... und diese Erklärung warum es bei der anderen Frau landete. Nun es war mir etwas viel und zu sehr auf die Verbindung von Angelica und der Kirche gepocht.

Letzter Satz - "Ich werde immer für dich da sein, Amber Lily", versprach er ihr. "Immer."



Alles in allem ist das Buch wirklich interessant Geschrieben. Die Story überzeugend, Gefühlvoll mit einem Hauch Erotik. Der Mittelpunkt liegt auf der Suche nach dem Kind, als auch in der wachsenden Beziehung zwischen den Hauptpersonen. Die zusätzliche Thematik mit Kirche/Glaube und Liebe/Leben gab dem Buch eine ganz besondere tiefe. Die Entfühungsmängel und das ewige hin und her zwischen Angel und Jamy störten mit der Zeit leider immer mehr, sodass ich mich dabei erwischte wie ich irgendwann einfach nur noch die Augen verdrehte, wen Protagonist A oder B mal wieder geschnappt wurde ...
Alles in allem vergebe ich für eine wunderbar gefühlvolle Thematik und wunderbare Charaktere guten Gewissens, und einer kleinen Absprache mit einer guten Freundin - Danke an dieser Stelle nochmal :3 -, 3 von 6 Möglichen Krümeltörtchen. 




Samstag, 18. Januar 2014

Schokolade zum Frühstück

Titel: Schokolade zum Frühstück - Das Tagebuch der Bridget Jones
englischer Titel: Bridget Jones Diary
Reihe: Ja - 1. Band der "Bridget Jones"-Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Helen Fielding
Verlag: Goldmann
 ISBN: 3-442-44392-X
Preis: 7,50 $ (D) Softcover
Seiten: 345
empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
Erschienen: Juni 1999
Leseprobe

57 kg, Alkoholeinheiten 9, Zigaretten 38 (werde aber sowieso zur Fastenzeit aufhören, also kann ich vorher ruhig bis zum Erbrechen rauchen, das hilft mir dann über die schwere Zeit), Kalorien 3826

Bridget Jones ist eine Frau von heute: Sie hat keinen Mann, dafür eine Mutter, die es nur gut mit ihr meint, und einen besten Freund, der nicht auf Frauen steht, Und sie hat Jude und Shazzer: Gemeinsam löst das Damentrio alle zentralen Fragen des Daseins. Doch ein paar Probleme überfordern sogar den weiblichen Krisenstab: Männer und Mütter.


Das Cover ist nun wirklich nichts was einem gleich ins Auge fällt. Ein Hintergrund in zartem Pastell und natürlich rosa. Alles schreit ja gerade nach einem Frauenbuch: :3
Einziges Plus. Das Alte Cover weckt bei mir größere Begeisterung als das neue.





Erster Satz- Uäh. Das letzte, wozu ich mich körperlich, emotional oder geistig gerüstet fühle, ist, zu Una und Geoffrey Alconburys Neujahrs-Truthancurry nach Grafton Unterwood zu fahren.

 Wie schlägt sich eine mitdreißigerin ohne Mann und mit einer Mutter die man keinem Wünscht so durchs Leben? 
Bridget zeigt es uns. 
Sein es Desaster im Job, das ewige Singeldasein oder Dauerdiät. Nichts ist Bridget fremd. Und gemeinsam mit ihren besten Freundinnen Jude und Jazzer, sowie einigen Alkoholeinheiten mehr oder weniger, werden Beziehungstips ausgetauscht und feministische Reden geschwungen. In jeder Situation immer präsent ist hierbei ihre Mom. Die es sich doch glatt in den Kopf gesetzt hatte ihre Tochter endlich von dem elendem Singeldasein zu befreien. Den Mann den sie ihr dabei auf der alljährlichen Weihnachtfeier vorstellt, trägt Hummelsocken und einen grässlichen Pullover. Mark Darcy. Bridget kann ihre Begeisterung kaum zügeln ... *Ironie*

 Wie mein Freund Tom häufig bemerkt, ist es erstaunlich, wieviel Zeit und Geld man bei der Partnersuche sparen kann, wenn man genau auf die Einzelheiten achtet. Eine weiße Socke hier, ein paar rote Hosenträger dort, ein grauer Slipper oder ein Hackenkreuz reichen meistens schon auch, um einem klarzumache, dass es zwecklos ist, sich die betreffende Telefonnummer zu notieren oder Geld für teure Restaurants aus dem Fenster zu werfen, weil sowieso nie was draus werden wird.


Das Buch ist im Stil eines Tagebuchs gehalten und erzählt die Geschehnisse eines "gewöhnlichen" Frauenlebens aus der Sicht der mitdreißigerin Bridget Jones. Jeder Tag beginnt mit der amüsanten Angabe von Kalorien, Alkoholeinheiten, Gedanken an Daniel/Mark und co.
Der ganze Stil ist dabei sehr locker und leicht, so das man es in einem zug recht schnell durchlesen kann. Auf Struktur wird nicht sonderlich geachtet. Eher, wie in einem Tagebuch halt, darauf los geplappert.
Alles in allem ist es erfrischend, aber nicht sonderlich Anspruchsvoll. Eher was zum schmunzeln für zwischendurch, als etwas zu lange darüber nachgrübeln.



Helen Fielding Präsentiert hat mit Bridget Jones einen Charakter erschaffen der, teilweise, vielleicht etwas übertrieben wirkt, aber dennoch genügend Leben besitzt um sich bei dem ein oder anderem Problem so leicht mit ihr zu identifizieren, dass man beim Lesen unweigerlich nickt. Sie ist chaotisch, überzeugt von ihren Ansichten und doch viel verletzlicher als sie gerne anderen glauben macht. Ein starker Charakter der in jedes Fettnäpfchen stolpert und über sich selber Lachen und Weinen kann.



345 Seiten hören sich für ein Buch ohne Anspruch für einige vielleicht eher quälend, als interessant an. Ich bin auch eher etwas skeptisch daran gegangen. Besonders da ich den Film dazu weder großartig unterhaltsam noch witzig fand. (Zudem hält er sich höchstens am Anfang etwas ans Buch und der Rest ... naja ... )Alle die der gleichen Meinung sind, kann ich nur sagen.
Das Buch ist besser! (Wie ja meistens... )
Viel, viel besser. Schon die täglichen Angaben zu Zigaretten, Kalorien und co entlockten mir das ein oder andere mal ein Schmunzeln. Dazu die immer neuen Ausflüchte, weswegen es mit der Diät denn nun nicht klappte, bzw. wann nun genau mit dem Rauchen aufgehört werden würde. Auch die täglichen Höhen und Tiefer. Natürlich ist es hier teilweise übertrieben dargestellt, kommt aber nicht so rüber als wollte die Autorin hier und da unbedingt einen Lacher provozieren. Schon die ganzen Vergleiche von Bridget zu den unmöglichsten Situationen sind einfach zu wunderbar.

„Ich löse mich auf. Mein Freund schläft mit einem braungebrannten Supermodel. Meine Mutter schläft mit einem Portugiesen. Jeremy schläft mit einer grässlichen Schlampe, und Prinz Charles schläft mit Camilla Parker-Bowles. Weiß nicht mehr, woran ich glauben oder woran ich mich halten soll. Würde gern Daniel anrufen, in der Hoffnung, dass er alles abstreiten und mir eine plausible Erklärung für die unbekleidete Walküre auf der Dachterrasse liefern könnte – jüngere Schwester, nette Nachbarin, die sich vor Überschwemmung o.ä. Retten musste -, womit alles wieder in Ordnung gewesen wäre. Aber Tom hat einen Zettel ans Telefon geklebt, auf dem steht: 'Ruf Daniel nicht an, du würdest es bereuen.'“


Sicherlich wird Schokolade zum Frühstück nicht für jeden etwas sein. Es ist eines dieser Bücher das einfach nur einer bestimmten Gruppe an Menschen gefällt. Eines solcher Bücher einfach, die entweder gefallen, oder absolut grauenvoll gefunden werden. Weswegen ich es eher den Lesern ans Herz lege, die auch mal über fehlenden Anspruch in Story und Schreibstil hinwegsehen können und einfach ein Buch in der Hand halten wollen, das durch einen ganz besonderen Charme und Witz begeistern kann.
 So vergebe ich für Stunden, in denen ich mich wunderbar amüsiert habe, guten Gewissens 4 von 6 möglichen Krümeltörtchen.