Der lange, lange Weg zum Buch #1


Einige haben vielleicht noch meinen Post zu Neujahr im Kopf. Ich habe euch erzählt, das ich es dieses Jahr in Angriff nehmen will, mein erstes Buch zu veröffentlichen. Band 1 ist auch schon fertig aber - und ja es gibt sooo unglaublich viele Aber in dieser Geschichte - das ist gar nicht so einfach. Ganz und gar nicht einfach sogar. Vor uns stehen Berge an Entscheidungen, des Wartens und ja, auch der Enttäuschungen.
Das gehört einfach dazu.
Über meine Gedanken und Probleme, die kleinen und großen Hürden. Darum auch diese Postreihe. Mir ist schon früh aufgefallen, das es mir selber Hilft meine Gedanken zu ordnen, wenn ich Dinge einfach mal aufliste. Und wer weiß, vielleicht kann diese Postreihe wirklich auch mal jemanden inspirieren und Mut machen. Und wisst ihr was? Ich habe beschlossen diese ganze Arbeit rund, um Band eins richtig zu genießen. Vielleicht auch ein wenig zu verzweifeln, aber vor allen genießen. Begleitet mich doch!




Also beginnen wir mal mit Gedanke Nummer 1, welcher uns durch den ersten Part begleitet.

Verlag oder Selfpublishing?

Beides hat seine Vor- und Nachteile. Beides kann sowohl genau das richtige für einen sein, wie auch zur Verzweiflung führen. Manchmal muss man es testen. In diesem Teil sehen wir uns mal den Verlag etwas genauer an.

Verlag

Vorteile
+ man hat einen Profi an seiner Seite und kann von seinem Wissen profitieren
+ professiones Lektorat
+ Buchhandlungen werden erreicht
+ bei Reihen gilt es oft Deadlines
+ Marketingmaßnahmen (wenn der Verlag Potenzial sieht)
+ prfessioneles Layout/ Cover


Nachteile
- überhaupt reinzukommen scheint manchmal fast unmöglich 
-  bei Titel/Cover hat der Verlag das letzte Wort
- ohne Marketingmaßnahmen bleibt diese Arbeit auch beim Autor hängen
- geringer Anteil des Umsatz bleibt beim Autor


Ihr seht, es hält sich sehr die Wage beim Verlag. Die Haupthürde liegt aber wirklich darin, von einem Verlag überhaupt wahrgenommen zu werden. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste ist die absolut schlechteste die ihr Wählen könnt, zumindest wenn ihr mich fragt. Und zwar die Verlage einfach mit euren Manuskripten zu überfluten. Hunderte, ach was! Tausende von Manuskripten landen im Analogen wie digitalen Postfach. Eine schiere Masse, die dafür sorgt, das jedes davon kaum mehr als ein paar winzige Minuten Zeit bekommt. Wenn überhaupt. Und ob das von einem Lektor oder einem Praktikanten passiert, ist dabei noch die Frage.
Die Chance da aufzufallen ist verschwindend gering. Besonders wenn ihr noch irgendwo einen Fehler reinhaut oder irgendeine mini- Angabe nicht 100%ig beachtet wurde. Oder auch, wenn eure Idee nicht ins Programm passt oder zu neu ist, als das die Verlage das Risiko eingehen wollen. Man kann sie dabei verstehen. Jeder neue, unbekannte Autor ist auch immer ein Risiko. Bücher die sich nicht verkaufen, sind liegengebliebene Kosten. 
Hart ist es trotzdem. 

Ein Grund mit eher auf den zweiten Weg zu schauen. Der ist auch nicht umso einfacher, aber hat man hier Erfolg, wird man eher beim Verlag beachtet. Und das ist der Weg über eine der vielen Agenturen. Auch hier schreibt ihr eine Art Bewerbung mit den verschiedensten Auflagen. Dann heißt es warten. Denkt die Agentur, sie können einen vertreten bietet sie dein Buch gezielt Verlagen an. Dabei sind sie genauso scharf darauf Erfolg zu haben wie du. Denn eine Seriöse! Agentur bekommt erst Geld - der als Anteil von eurem Verdienst am Buch abgezogen wird - wenn er Erfolg hat.
Aber auch hier muss man sagen, das besondere Ideen es schwerer haben.
Wartezeit von mehreren Monaten sind keine Seltenheit. Manchmal bekommt man gar nicht erst eine Antwort. Selbiges gilt im übrigen auch für den Verlag an sich. 
Geduld ist gefragt.

Von sogenannten Zuschussverlagen sollte man, wenn ihr mich fragt, die Finger lassen. Sie verlangen von euch vorab Geld, um euer Buch zu drucken, tun aber im Grunde nichts von der "normalen" Verlagsarbeit. In meinen Augen nicht seriös. Bei einem richtigen Verlag bekommt ihr höchsten Geld, zahlt aber niemals selbst ein!


Im nächsten Teil schauen wir uns das Selfpublishing an.


Montagsfrage ^-^


Machst du auch beruflich etwas mit Büchern oder könntest du dir das irgendwann einmal vorstellen?


Ich muss mir das zumindest in beruflicher Sicht nicht einmal vorstellen, denn ich bin ausgebildete Buchhändlerin und sehr zufrieden in meinem Job. Ich mag es Menschen für Bücher zu begeistern und ja, mich auch mal gehörig über sie zu ärgern, wenn man wieder ein Tag der unhöflichen Leute ist. (Grüßen oder einfach nur Bitte und Danke sind an manchen Tagen scheinbar unmöglich auszusprechen..... ) Meistens ist es aber toll. Gerade, wenn Vertreter die Neuerscheinungen anpreisen und man sich in Cover verliebt. :) Gerade kann ich mir kaum einen besseren Job vorstellen.

Aber auch im privaten Bereich möchte ich etwas mit Büchern machen. Genauer gesagt mit meinem Buch. Ich arbeite aktuell - zusammen mit meinen Betaengeln - auf Hochtouren um es bald in die freie Wildbahn zu entlassen. Auch von Cea - der super netten Autorin der "Die Gabe der Quelle" Buchreihe - bekomme ich so manche brennende Frage beantwortet. Der Weg ist noch ein bisschen weit, aber absehbar und den Traum Menschen mit meiner Geschichte zu begeistern will ich mir dieses Jahr erfüllen. 


Das Licht

Titel: Das Licht
englischer Titel: Outside Looking in
Reihe: Nein - Einzelband
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Autor: T.C.Boyle
Verlag: Hanser-Verlag
ISBN: 978-3-446261-64-8
Preis: 25,00 $ (D) Hardcover
Seiten: 384
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 28. Janaur 2019
Leseprobe
 
Bei der Chemikalie handelte es sich um eine der Mutterkorn-Verbindungen, die Albert Hofmann 1938 synthetisiert hatte, als sie erst sechzehn gewesen war und noch als Au-pair-Mädchen in Neuchatel gearbeitet hatte.
 
 
Endlich wird der aufstrebende wissenschaftliche Assistent Fitz auf eine der LSD-Partys seines Professors Leary in Harvard eingeladen. Er erhofft sich davon einen wichtigen Karriereschritt, merkt aber bald, dass Learys Ziele weniger medizinischer Natur sind; es geht dem Psychologen um eine Revolution des Bewusstseins und eine von sozialen Zwängen losgelöste Lebensform. Fitz wird mitgerissen von dieser Vision, mit Frau und Sohn schließt er sich der Leary-Truppe an: Sie leben in Mexiko, später in der berühmten Kommune in Millbrook, mit Drogen und sexuellen Ausschweifungen ohne Ende. Ein kreischend greller Trip an die Grenzen des Bewusstseins und darüber hinaus 
 
 
 
 Wenn ich zu lange auf dieses Cover schaue, wird mir schlecht. Das hat weniger mit dem Cover zu tun, als mit diesem Muster. Mit diesen Farben.
Wer an diesem Buch vorbeigehen kann, ohne es zu bemerken, ist vermutlich blind. Oder sehr sehhhhhhr unaufmerksam. *lacht* Zum Lesen habe ich jedenfalls den Schutzumschlag abgemacht. Sonst wäre ich wohl Seekrank geworden. Ganz ohne Wasser.

Die englischen Cover sind da wesentlich harmloser. 
 
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Erster Satz -  War es ein Gift?

Als Albert Hoffman durch Zufall LSD erfand, ahnt er noch nicht, welche Folgen es für die Welt haben wird. Die neue "Wunderdroge" wird von Psychologen hoch beachtet. Es sprießen Theorien. Patienten, ja gar Verbrecher, konnten mit dem Mittel ihre Probleme, Ängste und Gewaltphantasien überwinden. Schranken könnten eingerissen werden.
Der Wissenschaftler Timothy Leary ist einer dieser Wissenschaftler, welcher in Cambridge Forschungen zu LSD betreibt. Nach und nach scharrt er einen Kreis von Anhängern um sich. Seine "Sessions" sind legendär. Wer dazugehören will, muss Glück oder Kontakte haben. Fitz, ein angehender Professor, hat dieses Glück. Er schafft es in den inneren Kreis, macht seine eigenen Erfahrungen it der Droge. Seine Frau folgt ihm nach. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen ist, das mit dem ersten "Trip" die Abwärtsspirale begonnen hat.
 
 „Er wandte den Kopf und starrte sie an, und sie sah, dass seine Pupillen so geweitet waren wie bei den Versuchshunden, von denen er erzählt hatte, so geweitet, dass das Schwarz alle Farbe verdrängt hatte. Normalerweise waren seine Augen karamellbraun, doch jetzt waren sie schwarz, glänzend und schwarz, und das merkte sie sich, damit sie es sich später notieren konnte, und warum verspürte sie mit einem Mal einen Stich im Bauch und musste an Dr. Jekyll und Mr. Hyde denken?“
 
 
 
 
 T.C. Boyle ist nicht einfach. Das sollte man wissen, ehe man zu einem seiner Werke greift. Er breitet die Lösung, die Moral, wenn man so will, nicht vor seinen Lesern aus. Eher muss man sie selber finden, sie manchmal auf die harte Art und Weise fühlen.
Genau so ist auch dieses Buch, indem wir den Absturz von Menschen beobachten, die rein augenscheinlich alles hätten haben können. Wir reden hier von Professoren, Psychologen. Einfach klugen Köpfen, die sich von seiner Sucht im wissenschaftlichen Lügengewand, in einer Welt aus Drogen, Sex und Absturz verlieren. 






 Nach einem kurzen Einstieg mit Albert Hoffmann und die Erfindung des LSD, inklusive der Geschichte hinter dem berühmten "Bicycle Day" , erleben wir nicht nur ihn als reale Figur - auch wenn seine Rolle eher am Anfang verankert ist. Auch Timothy Leary, ein Guru aus der Hippie-Zeit, hat eine tragende Rolle. Er ist charismatisch und weiß es die skeptischen Mitglieder seiner langsam wachsenden Sekte für sich zu gewinnen. Denn wenn ich ehrlich bin, ich es genau das für mich. Eine Sekte.
Die anderen Figuren wie Fitz und seine Frau, sowie ihr Sohn Cory und all die anderen Nebenfiguren scheinen dagegen eher erfunden. Sie stehen Sinnbildlich für andere, die damals unter Tim´s Einfluss gerieten und damit die Kontrolle über ihr Leben verloren.


Da haben wir Fitz, der anfangs skeptisch ist, immer wieder gedanklich anmerkt, dass man die Wirkung und eventuelle Schäden nicht absehen kann und dann doch abstürzt. Genauso wie seine Frau, die teilweise schlimmer ist. Ihr Sohn Cory ist dabei für mich ein ganz entscheidender Punkt. Er erlebt es Hautnah mit wie er - über die Jahre - die Eltern zu verlieren beginnt. 
 
 
 
 Falls sich jemand einmal fragt, wie Leute in Sekten landen, wie diese Sekten überhaupt entstehen, sollte dieses Buch lesen. Es ist ein rauschender Absturz in einer deutlichen, schmucklosen Sprachen. Wir sehen wie kluge Leute durch Drogen die Kontrolle über ihr Leben verlieren. Leute, die eigentlich einmal vielleicht die Welt hätten, verändern hätten können. Die im Grunde klug genug hätten sein müssen, um Dinge zu hinterfragen.
Davon passiert nichts. Fast nichts. Hier und da keimen einmal Zweifel auf, doch sie verwelken genauso schnell wieder. Der Sog ist einfach zu stark. Einen Absprung schaffen nur wenige.
Gerade mit den Kindern, mit Cory im allgemeinen, litt ich still mit. Sie sehen diesen Rauch, wie Eltern betrügen, ja kaum ansprechbar sind und ihre Kinder meistens sich selbst überlassen. Denen egal ist, ob sie zur Schule gehen, solange die Polizei nicht wieder wegen einem kleinen Ladendiebstahl vor der Tür steht. 
 
Das offene Ende hat mir übrigens sehr gefallen. Es passte zu diesem Buch. Denn schon auf den letzten 50 Seiten ist klar, welche Seiten Tim, Fitz und co. jeweils für sich wählen werden.  Und es geht immer noch Tiefer runter.
 

 


 "Das Licht" ist kein leichter Roman. Es ist harte Kost, über die man immer wieder nachdenken muss. In seiner Darstellungskraft ist er jedoch unvergleichlich.
 6 von 6 möglichen Krümeltörtchen für einen starken, ruhigen Roman der nicht durch Aktion sondern durch menschlichen Verfall und Wahn zu überzeugen weiß.

 
 

Black Dagger #5 - Mondspur

Titel: Mondspur
englischer Titel: Lover Awakened
Reihe: Ja - Band 5 der - Black Dagger - Buchreihe
Genre: Romantasy
Sprache: Deutsch
Autor: J.R.Ward
Verlag: HEYNE
ISBN: 978-3-453-56511-1
Preis: 7,95 $ (D) Taschenbuch
Seiten: 320
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 1. Dezember 2007
Leseprobe
 
 Ungeordnete Gedanken schossen Z durch den Kopf. Sie war tot. Der ovale Brandfleck bewies es. Aber konnte das nicht auch ein anderer Gefangener gewesen sein? Was, wenn man sie verlegt hatte?"
 
 

Einst hat Phury seinen Zwillingsbruder Zsadist aus grausamer Gefangenschaft befreit. Doch obwohl seitdem mehr als ein Jahrhundert vergangen ist, heilen Zs Wunden nicht. Gezeichnet an Körper und Seele ist er wohl der düsterste und unheimlichste Krieger der Bruderschaft der BLACK DAGGER. Erst als er die schöne Aristokratin Bella trifft, die sich zu ihm hingezogen fühlt, erwacht in Zsadist plötzlich wieder ein Gefühl, das er längst für begraben hielt: Hoffnung. Doch auch sein Zwilling Phury, der in einem selbstauferlegten Zölibat lebt, zeigt Interesse an Bella. Als die junge Vampirin von der Gesellschaft der Lesser entführt wird, müssen die beiden Brüder ihre Schwierigkeiten überwinden und gemeinsam alles daransetzen, die Frau zu retten, die sie lieben …
Jeder der diese Reihe kennt - und ich empfehle sie wirklich nach der Reihe zu lesen - erkennt die Aufmachung der Bücher im schlaf. Es mag so an sich vielleicht nicht so aufregend aussehen, aber in der Reihe gesehen hat es einen enormen Wiedererkennungswert.
Mir gefällt es.

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Die englischen Cover mag ich selber gar nicht. Ich finde sie sehen billig aus und nach reiner Bett-Lektüre. Dabei geht es da in diesem Band zum Beispiel alles andere als zur Sache. Die Storydichte ist auch einfach viel zu enorm, als dass diese Reihe eine solche Einordnung verdient hätte.
Der dunkle Doppelband war mal eine kurze Zeit erhältlich, ich glaube aber der Verlag hat diese Doppelbände inzwischen wieder auf eis gelebt. 

Erster Satz - "Verflucht noch mal, Zsadist! Lass den Scheiß . . ."

Nach Bellas Entführung sind inzwischen fast 6 Wochen vergangen. Ihre Familie hat die Hoffnung aufgegeben sie wiederzusehen. Selbst die Bruderschaft glaubt sich diesem schlimmen Fall stellen zu müssen. Nur Zsadist sieht es nicht ein. Will es nicht wahrhaben und sucht weiter. Als durch einen glücklichen Zufall ein entführter Vampir durch Bellas Hilfe entkommt, ist er mit seinen Brüdern der erste am Ort. Verstört und schwer verletzt kann die junge Frau aus der Hölle befreit werden. Doch Zsadist weiß aus eigener Erfahrung, das nicht alle Wunden so schnell heilen. Und auch mit dem Lesser, der sie gefangengehalten hat, hat er noch eine Rechnung offen. 
 

 


 Neben dem gewohnt tollem Stil darf sich der Leser über eine schöne Storydichte freuen: Diese schließt nicht nur Zsadist und seinen Bruder, sondern auch John und Rehvenge ein. Man merkt das sich, da ziemlich etwas zu bündeln beginnt. Alleine der Part über die Vergangenheit der Zwillinge ist hart und erklärt eine Menge. Ich bin begeistert. Auch unser Lieblingspolizist kommt zu Wort.
Gerade wegen der Fortlaufenden, dichten Hintergrundgeschichte - die kann dann in 5 Bänden plötzlich wieder mehr eine Rolle spielen - rate ich allen die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Es lohnt sich einfach so sehr!
 
 

 Zsadist ist vom ersten Band eine Figur, die viel Potenzial hatte. Sein Verhalten war manchmal wieder strittig, dann einleuchtend, dann aggressiv und selbstzerstörerisch. Nun bekommt er seinen eigenen Raum und WOW! Der arme Kerl hat ganz schön was erlebt. Diese Erfahrung hat auch seinen Zwillingsbruder geprägt und ich bin gespannt, was er uns noch über diese Geschichte zu erzählen hat. Die eingewobenen Rückblicke geben einen tiefen Einblick und man beginnt Szenen aus den anderen Bänden anders zu sehen. Klasse! Das nenne ich Charakterentwicklung. 
 
Auch im Hintergrund passiert einiges, was bestimmt später noch große Bedeutungen haben wird. Lassen wir uns überraschen.
 

 


Manchmal kann ich mir ein träges Lächeln nicht verkneifen, wenn Leute die diese Reihe noch nie probiert haben, auf eine gewisse missbilligende, überlegende Art und Weise die Stirn über diese Bücher runzeln. Aber vergleicht man diese Reihe mit gewissen glitzernden Vampiren, enthält alleine ein Band davon weitaus mehr Handlung als die Biss-Reihe. ( -> die ich übrigens sehr gerne habe. Naja abgesehen von den Filmen. Die sind Schrott. Da lasse ich nicht mit mir reden. *lacht*)
Die Figuren sind klasse, nicht perfekt, mit körperlichen defizienten und Geschichten die im Schatten lauern. Sie sind stark und gefährlich und haben höllischen Respekt vor Frauen. Nichts da mit dominantem Arsch a la 0815. Dazu die Komplexität der Gesellschaft, der Religion und der Feinde die wirklich einen derartigen Namen verdienen.
Großartig!!!
 
Der Reverend war knapp zwei Meter groß, und der kurze Irokesenschnitt passte genauso gut zu ihm wie der schicke italienische Zwirn, den er trug. Sein Gesichtsausdruck war erbarmungslos und intelligent und deutete zu Recht genau auf den gefährlichen Geschäftszwei, in dem er tätig war. Seine Augen allerdings . . . seine Augen passten nicht zum restlichen Eindruck.
 
 
 

 Die Reihe steigert sich immer mehr, und ich freue mich auf viele neue Geschichten und noch mehr Hintergründe. Klasse!
6 von 6 möglichen Krümeltörtchen für Band 5 der Black Dagger Reihe.
 
 

Neuerscheinung der Woche KW #8

In der heutigen Woche gibt es mal etwas zum Lernen. Ein Buch mit einem geschichtlichen Hintergrund schleicht sich leise an. Das Cover eher sehr unauffällig und doch hat der Klappentext etwas an sich, das mich neugierig macht. 

 Titel: Rheinblick
Autor: Brigitte Glaser
Genre: Belletristik
Bildergebnis für Glaser RheinblickVerlag: Ullstein Verlag
Preis: 22,00 $ (D)Hardcover
ISBN: 978-3-471351802
Seiten: 432
Erschienen: 22. Febraur 2019
 Klappentext

Deutschland, im November 1972: Niemand kennt das Bonner Polittheater besser als Hilde Kessel, legendäre Wirtin des Rheinblicks. Bei ihr treffen sich Hinterbänkler und Minister, Sekretärinnen und Taxifahrer. Als der Koalitionspoker nach der Bundestagswahl härter wird, wird Hilde in das politische Ränkespiel verwickelt. Verrat ist die gültige Währung.Gleichzeitig kämpft in der Abgeschiedenheit einer Klinik auf dem Venusberg die junge Logopädin Sonja Engel mit Willy Brandt um seine Stimme, die ihm noch in der Wahlnacht versagte. Doch auch sie gerät unter Druck. Beide Frauen sind erpressbar. Für Hilde steht ihre Existenz auf dem Spiel, Sonja will ihre kleine Schwester beschützen. Wie werden sie sich entscheiden?  


Wäre das ein Buch für dich?


Book Whisper Challenge - Aufgaben im März

Abgesehen davon, dass wir keinen richtigen Flocken-Winter haben ist es doch gerade ganz nett draußen. Genau das richtige Wetter um sich mit einer Tasse Tee auf die Couch zu kuscheln und einfach nur froh zu sein, das man nicht raus muss. Zumindest geht es mir so.
Viel Spaß bei der Planung. 

💓💓 Der März startet mit folgendem Thema 💓💓







Aufgaben 
 
1. Lies ein Buch in dem jemand einen Traum(ein Ziel) hat.
2. Lies ein Buch auf dessen Cover geschlossene Augen zu sehen sind.
3.Lies eine Dystopie.

Zusatzaufgabe


Träume muss man verwirklichen, wie lange es auch dauert. Gibt es einen Traum, den du dir unbedingt noch verwirklichen willst? Erzähl mal.



KNV meldet Insolvenz an

Wer hin und wieder das Börsenblatt liest, hat vor ein paar Tagen bei einer ganz bestimmten Meldung Schnappatmung bekommen. KNV meldet Insolvenz an.

Hier gehts zum Beitrag im Börsenblatt.


Schön und gut. Aber wer oder was ist KNV eigentlich und warum erschüttert diese Nachricht den Buchmarkt so sehr?

Nun, KNV zählt zu einem von drei Großhändlern, es gibt noch Umbreit und Libri, die die Sortimentsbuchhandlungen - unsere Buchhandlungen - über Nacht beliefern. Wenn du also ein Buch am Vortag bei dem Buchhändler deines Vertrauens bestellst, kann der Buchhändler in seinem Programm ganz genau sehen, wer es vorrätig hat. Bei englischen Büchern, welche ja keine Preisbindung haben, kann er sogar sehen, wer es zu welchem Preis anbietet. Wird das Buch nun bei KNV bestellt, pickt der Computer das Buch dort aus dem Hochregallager, transportiert es zu einem Mitarbeiter der es Einscannt und dann das Buch in die Kiste der passenden Buchhandlung legt. Anschließend werden die Wannen ausgefahren. Dies passiert, wie erwähnt, über Nacht. 
Tada! Dein Buch ist da!


Nun steht also einer dieser Großhändler ziemlich in der Krise. Nicht schlimm, denkst du jetzt vielleicht. Die Verlage und Buchhandlungen haben ja noch zwei zur Auswahl.
Falsch.
Es ist sogar ein enormes Problem. Zum einen ist KNV das wohl größter der sogenannten Barsortimente. Wenn es im schlimmsten Fall wegbrechen sollte, könnten Libri und Umbreit diese Masse gar nicht auffangen. Wo sich also vorher alle ein bisschen hier und da ergänzen konnten, fehlt plötzlich ein Stück vom Kuchen. Das betrifft dann vielleicht nicht gleich die großen Titel, die bei den Barsortimenten eh auf Paletten ruhen, sondern eher die kleineren, die davon profitieren, dass die Buchhandlungen ihre Titel bei Bedarf schnell in die Hand bekommen kann. Auch ist eine Auslieferung über KNV und co. ist für die Verlage wesentlich günstiger, einfacher und schneller. Auch beziehen manche Buchhandlungen ihre Ware einzig und alleine über einen Großhändler. Wenn das an dieser Stelle KNV ist, kann das eine ziemliche Zitterpartie werden.
Von den Verlagen die noch auf ihr Geld warten und die vielen, vielen Mitarbeiter, will ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen.

Bildergebnis für KNV

Buchhandlungen. Barsortimente. Verlage. Autoren.Schlussendlich auch der Leser. Sie alle werden im schlimmsten Fall eine Kröte schlucken müssen und dann heißt es zusammensetzen und neue Lösungen finden. Bisher ist leider nichts neues bekannt. Nun muss der Insolvenzverwalter erst einmal Prüfen, wie es um das Unternehmen steht. Die Gründe für die Insolvenz sind vielfältig, scheinen aber mehr an Logistischen und technischen Problemen und Fehlentscheidungen zu liegen, als an der Lage des Buchmarktes.

Ich selber bewahre mir gerade meine Hoffnung, das sich doch noch alles zum guten Wenden wird. Denn sollte es das nicht, kann man das Ende des daraus resultierenden Rattenschwanzes meiner Meinung nach noch nicht einmal im Ansatz abschätzen.


Montagsfrage ^-^


Was ist für dich die Art von (Haupt-)Charakter, die es öfter in Büchern geben sollte?

Für mich definitiv jene, die man nicht so leicht durchschauen kann. Die auch mal an der bösen Seite kratzen oder direkt darauf stehen ;), aber nicht böse böse sind. Die einen Grund haben und Fehler und unperfekt sind. Es müssen für mich einfach nicht die sexy-Sportskanonen mit dem IQ eines Goldfisches sein. Genauso wie ich schlagfertige Protas lieber mag, als die Naivchen, die auch beim dritten Mal nicht bemerken, dass der Mörder samt abgetrenntem Kopf und Schlachtermesser neben ihnen steht. Sowas hasse ich.
Auch wenn sich ein Charakter seine Kräfte selber erarbeiten muss, finde ich das klasse. Darum mag ich Chlary aus "Chroniken der Unterwelt" auch nicht. Sie bekommt ihre Übermächtigkeit auf dem Silbertablett und ist eine hohle Nuss. (Mag sie nicht und liebe diese Reihe XD)

 
Wie sieht es bei dir aus?

 

Mein Jahr mit dir

Titel: Mein Jahr mit dir
englischer Titel: My Oxford Year
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Julia Whelan
Verlag: Penguin
 Genre: Roman / Romance
ISBN: 978-3-328-10321-9
Preis: 13,0 $ (D) Broschur
Seiten: 480
empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
Erschienen: 14. Januar 2019
     
"Danke , Hugh. Sie sind ein Mann fürs Leben, wissen sie das?"
"Meine Exfrau würde Ihnen da wiedersprechen, MIss Durran."


Du kannst dein Leben planen, aber nicht deine große Liebe ...

Es soll das Jahr ihres Lebens werden. Mit einem Stipendium erfüllt sich Ella endlich ihren lang ersehnten Traum von einem Auslandsjahr in Oxford. Doch gleich am ersten Tag stößt sie dort mit dem arroganten Jamie Davenport zusammen, der zu allem Übel auch noch ihren Literaturkurs leitet. Als Ella und Jamie eines Abends gemeinsam in einem Pub landen, kommen sie sich viel näher als geplant. Und obwohl sie sich dagegen wehrt, spürt Ella, dass sie sich in ihn verlieben wird. Sie ahnt nichts von Jamies tragischem Geheimnis und davon, dass diese Liebe sie vor die größte Entscheidung ihres Lebens stellen wird ...


Das Cover ist für mich so ein hin und her. Einerseits finde ich Stimmung und Farbe toll. Die Szene findet sich auch im Buch wieder und ist einfach süß und tiefgründig und wichtig für die Beziehung zwischen Ela und Jamie. Auf der anderer Seite, wirf man es aufgrund dieses Covers doch arg schnell mit den ganzen "normalen" Liebesgeschichten in einen Topf. Und das ist es eben dann doch nicht. Dieses Buch ist eben einfach mehr als das.

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Das englische Cover ist da wesentlich schlichter und doch für mich viel passender. 


Erster Satz - "Nächster!"

Ela hat einen Plan als sie nach Oford kommt. Für ein Semester darf sie in die ruhige Wunderwelt dieses magischen Ortes eintauchen und sich dann ins Leben stürzen. Politik und Karriere. Ihr Land verändern. Ihrem Vater nah sein.
Doch als sie an ihrem ersten Tag in einem Restaurant mit Jamie zusammenprallt, ändert sich alles. Denn der vermeintliche Idiot entpuppt sich nicht nur als ihr neuer Literatur-Dozent, sondern ist auch wesentlich freundlicher, als es auf den ersten Blick scheint. Zwischen Ela und Jamie entzündet sich eine romantische Atmosphäre und Ela hat nur eine Regel. Keine Lügen. Sobald man den anderen über hat gehen sie zum Alltag über. Keine Verpflichtungen. Keine Ablenkung.
Doch dann lügt Jamie sie an. Doch als Ela den Grund dafür erfährt, ändert das alles.
 Aber in unserer Geschichte gibt es keinen Schurken, keine Hexen, keine böse Stiefmutter, keinen belerhrenden Schluss. Kein Happy End. Es ist einfach, was es ist. Es ist das Leben. 

 Ich werde Jamie heiraten!!!
Was für ein toller Charakter. Nett, witzig und alles andere als dieser typische und mir zwischendurch überkommende Bad-Boy. Er ist klug, belesen, Wort gefreit. Manchmal schüchtern und dann wieder romantisch. Er ist einfach so toll. Man ärgert sich über ihn, schließt ihn ins Herz, lacht bei ihrem necken. Jamie wurde von der Autorin so herrlich Lebendig gezeichnet, das es ein Genuss ist.

Antonia: "Sie ist entkommen, indem sie sich an einem Laken abgeseilt hat, das an der Heizung festgebunden war."
Jamie: "Eine mittelalterlichen Heizung, weißt du."


Ela ist toll. Sie ist ein normales, hart arbeitendes Mädchen, das schon einiges erlebt hat. Aber dennoch nicht zu viel Drama in diese Geschichte bringt. Sie hat ein festes Ziel und will sich das nicht vermiesen. Gleichzeitig macht sie aber eine schöne, zarte Veränderung durch und ist einfach zum knuddeln. Solch eine Freundin würde ich mir wünschen. Mal weder das naive Mauerblümchen, noch die wilde Zicke. Nein, einfach ganz normal.

Ein paar Nebenfiguren bilden den Rand der Geschichte. Einmal Elas neue Freunde in Oxford, die zwar etwas blass bleiben, durch ihre netten Charakterzüge aber gerne gelesen wurden. Dann Jamis Eltern, die anfangs etwas schwer einzuschätzen sind und sich ganz schön Mausern. Von ihnen erfährt Ella auch einiges.

Ich würde dieses Buch am liebsten gleich noch einmal lesen. Es ist selten, dass ich so etwas über ein Buch so kurz, nach dem Lesen denke. Aber alleine dieser großartige Plot, all das Gefühl haben mich mitgezogen. Vor den letzten 70 Seiten hatte ich fast schon Bammel... Dann wäre das Buch zu Ende und ich müsste damit leben. Egal wie es nun ausgeht. Ich habe gelacht und mir sind die Tränen über die Wange gelaufen. Habe mit den beiden gelitten, gebangt und gelacht. Die Unterhaltungen - voller Niveau und Klugheit - zwischen den beiden war ein Genuss.
Kurz um. Die Autorin besaß hier in diesem Buch goldene Finger. Sie schuf einen Liebesroman, für den diese Bezeichnung eigentlich zu wenig ist. Zu Vorurteilsbehaftet, wenn man so sagen will. Denn dieses Buch ist eine Erfahrung. Es hat einen ganz eigenen Stil, was man schon durch das Wegfallen jeder detaillierten Sex-Szene sieht. Derartige Szenen werden angedeutet und dann gibt es einen Zeitsprung. Und ich denke, besser hätte sie es nicht machen können. Denn dieses Buch wird von der Story, nicht vom Bett getragen.


Jeder der besondere Liebesgeschichten liebt, sollte, nein muss!, zu diesem Buch greifen. Elas und Jamies Geschichte ist etwas, das ich im letzten Herbst zwischen den ganzen Novies vermisst habe. Es ist eine Starke Geschichte ohne Alphagehabe und Zickerei. Ihr erster Streit ist süß, die kleinen Überraschungen die sich beide machen sind ein Gedicht. Ihre Unterhaltungen über Literatur und auch mal Philosophie sind toll.
Jedes Kapitel wird übrigens mit einem Gedicht eingeläutet. Und am Ende des jeweiligen Kapitels erkennt man die Wahrheit in diesen wenigen Zeilen. Denn Gedichte, das bringt Jamie uns bei, versteht man nicht, man fühlt sie. Man fühlt dieses Buch. Mit lachen und bangen und Tränen in den Augen.

Dieses Buch ist eine Liebesgeschichte, ein Wegweiser, ein Grund zum Weinen und zum Lachen. Dieses Buch ist Leben.
 6 von 6 absolut verdiente Krümeltörtchen für diesen Schatz. Alleine für diese starken letzten Sätze könnte ich auf die Knie gehen.

Freitagsfüller


Freitagsfüller



1. Komm mit mir in die nächste Buchhandlung.
2. Der Winter war ziemlich kurz in diesem Jahr.
3. Glück ist ein Rudel Ratten im Auslauf. Zaubert einfach immer wieder ein Lächeln ins Gesicht..
4. Dieses Brexit-Chaos nervt und verwirrt mich.
5. Ich warte auf  Sonntag. Sushitag♥.
6.  Bei Sushi und Garnelen kann ich sehr schwer widerstehen .
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf das Ende meines Arbeitstags, morgen habe ich geplant, einfach zu überleben und Sonntag möchte ich entspannt die Beine hochlegen und lesen.!



Neuerscheinung der Woche KW 7

Unser heutiges Buch ist mir erstmal nur durch seine einfach wunderhübsche Aufmachung aufgefallen. Ein traumhaftes Cover, ein toller Titel und ein azurblauer Buchschnitt. Kurzum, ich war verliebt. Da hat sich der Verlag glatt selbst übertroffen. Wobei ich Bücher die etwas mit Büchern, Buchhandlungen oder Buchhändlern zu tun haben, aus Gewohnheit erstmal spannend finde. Und wer bis dahin noch nicht verlockt liest den Klappentext. 

Bildergebnis für Die verborgenen Stimmen der Bücher Titel: Die verborgenen Stimmen der Bücher
Autor: Bridget Collins
Genre: Belletristik
Verlag: Aufbau Verlag
Preis: 22,00 $ (D)Hardcover
ISBN: 978-3-89561-132-2
Seiten: 467
Erschienen: 15. Febraur 2019
 
 Klappentext


Jeder braucht eine Geschichte – auch wenn es schmerzhaft ist.
Emmett Farmer arbeitet auf dem Hof seiner Eltern, als ein Brief ihn erreicht. Er soll bei einer Buchbinderin in die Lehre gehen. Seine Eltern, die wie alle anderen Menschen Bücher aus ihrer Welt verbannt haben, lassen ihn ziehen – auch weil sie glauben, dass er nach einer schweren Krankheit die Arbeit auf dem Hof nicht leisten kann. Die Begegnung mit der alten Buchbinderin beeindruckt den Jungen, dabei lässt Seredith ihn nicht in das Gewölbe mit den kostbaren Büchern. Menschen von nah und fern suchen sie heimlich auf. Emmett kommt ein dunkler Verdacht: Liegt ihre Gabe darin, den Menschen ihre Seele zu nehmen? Nach dem plötzlichen Tod der Buchbinderin erkennt der Junge, welch Wohltäterin sie war – und in welche Gefahr er selbst geraten ist.

Ein unvergleichliches Buch über die Macht der Erinnerung, verbotene Liebe und darüber, was das Menschsein bedeutet: Geschichten zu erzählen.

 Wisst ihr was ich meine? Ich denke, da steckt so viel Potenzial in der Geschichte, das ich nicht umhinkommen werde sie zu lesen. Ich bin gespannt.♥
Ein Buch für dich?



Montagsfrage ^-^


Was ist für dich die Art von (Haupt-)Charakter, die es öfter in Büchern geben sollte?


Ich liebe ja Jugendbücher, Fantasy oder eben einen Mix aus beiden. Das ist mit die Genre, in denen ich mich meistens bewege. Da gibt es natürlich gerne mal wiederkehrende Charakterdesigns. Wie zum Beispiel das kleine, naive Mauerblümchen, das sich selber nicht schön findet aber Kerl XY anschmachtet und im Grunde haben ihre Kinder schon Namen. Ihr wisst was ich meine. Die nerven mich jedes mal. Solche kann man ruhig ersetzen. Ich mag liefer die frechen, toughen Figuren, die aber sich selber nicht als Krone der Schöpfung sehen. Die Fehler haben oder wirklich mal an einem einschneidendem Erlebnis zu knabbern haben. Mit solchen kann ich mich viel eher identifizieren, als mit Modepüppchen.

Auch auf der männlichen Seite, mag ich diese Bad Boys nicht, die einfach nur sinnbefreit Beleidigungen verteilen, verletzen oder einfach richtig arschig sind. Darüber rege ich mich auf. Besonders, wenn dann noch ein ach sooooo dunkles Geheimnis alles erklären soll. Könnte ich mich drüber aufregen! Das ist einfach so ein 0-8-15 Konzept, bei dem man schon ahnt, das da wenig Gehirnschmalz drin steckt. Dagegen die geheimnisvollen Typen die sich nicht so einfach durchschauen lassen, man schon merkt, das sie nicht böse-böse sind. Die sind viel interessanter. An solche Figuren verliere ich schnell mein Herz. 

 Wie seht ihr das?


Als mein Bruder ein Wal wurde

Titel: Als mein Bruder ein Wal wurde
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Nina Weger
Verlag: Oetinger
 Genre: Kinderbuch
ISBN: 978-3-96052-098-6
Preis: 9,99 $ (D) Hardcover
Seiten: 304
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Erschienen: 21. Januar 2019
     

Und dann dachte ich: Es gab auch keinen Erwachsenen, der verstanden hatte, wie schlimm meine Angst war. Wie sehr ich fürchtete, dass meine Familie kaputtgehen könnte. Und das die Frage, ob Julius behandelt werden sollte oder nicht, für mich genauso schrecklich war wie für meine Eltern. Schließlich war ich sein Bruder!



„Manchmal, wenn ich abends im Bett lag, stellte ich mir vor, dass Julius wie ein riesiger Wal durch die Tiefen des Ozeans glitt.“

Darf man über das Leben eines anderen bestimmen? Und woher soll man wissen, was richtig oder falsch ist, wenn man ihn nicht fragen kann? Belas großer Bruder Julius liegt im Wachkoma, die Familie soll eine Entscheidung treffen und steht kurz davor, auseinanderzubrechen. Und jetzt? Belas Freundin Martha würde zum Papst fahren. Der muss schließlich wissen, was in so einem Fall zu tun ist … Heimlich schlachten sie ihre Sparschweine, klauen eine Kreditkarte und begeben sich auf eine abenteuerliche Reise nach Rom, um eine Antwort zu finden und Belas Familie zu retten.

Wenn man sich das Cover so anschaut, denkt man gar nicht das ein derartig emotionales Thema dahintersteckt, habe ich recht. Es klingt mehr nach Fantasy. Vielleicht einem Abenteuer auf den sieben Weltmeeren. Ich bin gespannt, ob ich das Cover nach der Lektüre des Buches mit anderen Augen sehe. Der Titel jedenfalls ist schon mal interessant.


Erster Satz - Wir waren in den Ferien mal am Meer.
 Es war ein Tag wie jeder andere, als der Unfall geschah. Plötzlich drehte sich Belas Welt nur noch um Krankenhäuser, Therapien, Wachkoma. Drehte sich um Hoffen und beten und immer ein kleines Stück mehr verzweifeln. Denn Julius, sein Bruder, lag im Wachkoma und nicht einmal die Ärzte konnten sagen, ob oder wann er wieder aufwachen würde. Nach 2 Jahren drohte die Familie daran zu zerbrechen. Um endlich eine Antwort darauf zu finden, was richtig und was falsch war, ob ihr Bruder leben oder sterben sollte, fasste er mit Martha einen Plan. Mit der gestohlenen Kreditkarte von Marthas Vater machen sie sich auf den Weg nach Rom. Und zwischen vielen verschiedenen Begegnungen mit Menschen und dem Tod hofft Bela das der Papst ihr diese Frage würde beantworten können. Denn wenn er es nicht konnte, wer dann?


 Die Sanftheit mit der dieses Buch an den Tod herantritt, traf mich härter, als ich erwartet hatte. So geht es um zwei Kinder, die von den Erwachsenen so sehr aus diesem, auch für sie so aktuellen, Thema herausgehalten wurden, das sie sich am Ende gar nicht mehr trauten überhaupt etwas zu fragen. Aus Angst die Familie noch mehr zu spalten. Aus Angst das es diese Frage, dieser Gedanke, dann sein würde, der es zur Wahrheit werden ließ. Doch Kinder brauchen Antworten um damit fertigzuwerden. Sie müssen und dürfen über dieses Thema sprechen. Mit den Eltern und nicht mit einer hineingezogenen Psychologin.

Es gibt eine Seele. Ich konnte es dir in der Nacht da im Krankenhaus nicht sagen. Aber ich habe es bei meiner Mutter gesehen. Oder besser: nicht gesehen! Als sie tot war, fehlte etwas. Da war was raus aus ihr, ohne dass da jemand etwas entnommen hätte, verstehst du? Das war nicht mehr sie, die da lag! Da lag nur noch ihre verkrebste Hülle.


Und als Bela keine Antworten bekommt, macht sie sich auf die Suche und bekommt so unglaublich viele. Oft traten mir bei den Gesprächen die Tränen in die Augen, ließen mich lächeln und zustimmend nicken. Es steckt so viel Trost und Wahrheit in diesem Buch.
Auch zeigt es, dass Kinder viel mehr mitbekommen, als die Erwachsenen glauben. Sie machen sich ihre eigenen Gedanken und diese sind auf ihre Art tiefsinnig und alles andere als mit einem mitleidigen Blick abzutun.



 Bela und Martha sind zwei ganz gewöhnliche Kinder, die mit dem schlimmsten zu kämpfen haben, was man sich vorstellen kann. Den Verlust eines geliebten Menschen. Bela ist dabei - was ich erst ca auf Seite 127 gerafft hatte - ein Junge. Ein etwas irreführender Name, wenn es nach mir ging. Gerade da seine ängstliche Art fast mehr zu einem Mädchen gepasst hatte. Gleichzeitig dennoch toll, das hier Martha mal die war, die ihm Mut gemacht hat nicht aufzugeben. Im Verlauf der Geschichte öffnen sich die Kinder langsam gegenseitig und helfen sich über ihre Trauer hinweg. Geben sich Antworten auf die Fragen, die sie sich bei den Erwachsenen nie haben getraut zu fragen.
Ihre offene Art macht es leicht sich mit ihnen anzufreunden. Das Abenteuer der beiden beginnt eine persönliche Note zu bekommen, denn der Leser kommt nicht darum herum, selber über die gestellten Fragen nachzudenken.
Was wäre wenn?

Dabei habe ich es mir ja gedacht. Und dann hate ich immer Angst, dass es nur so schlimm gekommen ist, weil ich das gedacht habe. Dass ich es mit meinen Gedanken erst so richtig schlimm gemacht habe. 

"Als mein Bruder ein Wal wurde" ist ein Buch, das mich tief bewegt hat. Das, leider immer noch, Tabuthema Tod wird hier einmal in all seiner Deutlichkeit behandelt und gezeigt, was dieses Totschweigen in Kindern auslösen kann. Denn Kinder sind nicht dumm! Sie hören mehr als man glaubt und machen sich ihre eigenen Gedanken. Sie brauchen Trost und ein offenes Ohr um alle Fragen stellen zu können, die ihnen auf der Seele liegt. Und so mag es vielleicht ein Kinderbuch sein, doch ich würde es auch Erwachsenen ans Herz legen. Es ändert den Blick, lässt einen reflektieren.
Das Ende des Buches fand ich dabei sehr gut gewählt, auch wenn trotzdem eine Menge offen bleibt. Doch ich selber hatte das Gefühl, dass sie das nun ab dieser Stelle alleine hinbekommen werden. Ich kann sie von der Hand lassen, auch wenn ich gerade am Ende sehr nahe dran war, auch ein paar Tränen zu verdrücken. Nicht aus trauer, sondern wegen der Schönheit und Wahrheit jener Antwort, die Martha und Bela am Ende bekommen sollten.


Ein sehr tief gehendes Buch, das einen durchaus aufgewühlt zurücklässt. Der Verlag empfiehlt ein Lesealter ab 10, doch ich glaube nicht, dass Kinder in diesem Alter das alleine ganz verstehen. Ich würde es selber eher ab 12 Jahren einordnen. Davon abgesehen ist dieses Buch großartig und ich hoffe, dass es trotz des tabuisierten Themas viele Lesen und Lieben lernen werden. Es lohnt sich einfach.
 6 von 6 möglichen Krümeltörtchen für ein traurig-schönes Lesevergnügen.