Freitag, 27. Juni 2014

Cor de Rosas Tochter

Titel: Cor de Rosas Tochter
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch 
Autor: Claudia Romes
Verlag: Verlagshaus El Gato
ISBN: 978-3-94359-6502
Preis: 9,90 $ (D) Broshiert
Seiten: 200
empfohlenes Alter: ab 14
Erschienen: 26. Februar 2014
Leseprobe (Klick ins Buch)
Ich hege keinen Zweifel daran, dass er etwas von Naiara möchte. Nur was es ist, bleibt und bisher verborgen."
 Seit Jahrhunderten erzählen die Indios am Amazonas die Legende, dass ertrunkene Menschen zu Flussdelfinen Boto Cor de Rosas- werden. Bei Landgängen verwandeln sie sich zurück in ihre einstige Gestalt und nicht selten verlieben sie sich. Manchmal gehen Kinder aus diesen Verbindungen hervor.
Naiara wird als ein solches Delfinkind geboren. Als junge Frau kehrt sie in ihre Heimat zurück, die von einer dunklen Macht bedroht wird. Nur wenn sie bereit ist, ihre große Liebe zu opfern, lässt sich die Gefahr aufhalten. Gelingt es ihr das Schicksal anzunehmen, das für sie bestimmt ist?
Das Erste, was bei diesem Buch sofort auffällt, ist das Format. Es ist etwas kleiner als ein gewöhnliches Taschenbuch und erinnerte durch die bloße Dicke direkt an einen Manga.
Vom Cover her finde ich es dabei wirklich sehr schön. Dieser Farbverlauf hat einfach etwas. Da es um Flussdelfine und den Amazonas geht, hätte ich mir aber auch etwas in der Art vorstellen können. Oder zumindest vielleicht den oft erwähnten Delfinanhänger
Erster Satz - Gedankenverloren sitzt Naiara am Ufer des Flusses.

Seit sie denken kann, begleiten Naiara die Geschichten ihres Volkes. Geschichten über die große Yacumama (Die Flussgöttin des Amazonas), den Tunda (Amazonasvampire), dem Guana (Der Waldgeist des Amazonas) und vor allen über die Boto cor de Rosas. Die Delfinmenschen, geboren aus den Seelen der ertrunkenen um im Schutz des Flusses eine zweite Chance zu bekommen.
Und einer dieser Botos soll Naiaras Vater sein. Dies macht sie zu einem Delfinkind.
Doch sind dies nicht alles immer nur Mythen und Geschichten gewesen?


Die Ferien führen sie zurück in ihre geliebte Heimat. Doch auf der erhofften ruhigen Zeit, legt sich bald ein dunkler Schatten, als ihr Cousin im Fluss ertrinkt und Naiara merkwürdige Träume von einem aus dem Wasser steigendem Mann hat. Und was ist das für ein Buch, das er ihr gereicht hatte? Dann gerät plötzlich aus den Fugen und Naiara merkt, das in den Legenden mehr Wahrheit steckt, als sie es je für möglich erhalten hatte.
Ihr Sumi-Blut ist erwacht. 
Stellt euch ein Lagerfeuer vor. Das Holz knistert und knackt unter den Flammen. Darum sitzen viele Menschen. Alte und Junge. Eine Frau, von Jahren gezeichnet, setzt sich dazu und beginnt zu erzählen . . .
Denn genau so begrüßt uns das Buch auf seinen Seiten. Erzählend. Hier erleben wir genau diese Situation mit Naiara zusammen. Im Kreise ihres Dorfes erzählte sie allen diese Geschichte. Und so auch mir.
Der Stil ist durch den erzählenden Aspekt weniger detailliert, als ich es von Büchern kenne, die mit der Situation gehen - wenn ihr wisst, was ich meine. Hier hat man die ganze Zeit das wissen darum, das es sich um einen Rückblick handelt.
Zusammen mit Naiara erleben wir dieses kleine Abenteuer im Amazonas. Da sie alles aus ihrer Sicht erzählt, gewinnt man recht schnell ein Gefühl für ihren Charakter. Gut daran hat mir gefallend as sie sich nicht ewig vor diesen neuen und seltsamen Sachen gesträubt hat, sondern zwar teilweise etwas ängstlich war, es aber auch akzeptiert hat. Was mir an ihr aber so überhaupt nicht gefallen hat, war ihre, diplomatisch ausgedrückt, total naive Art manchmal. Als kleines Beispiel. Ihr Verlobter findet sie nach einer kleinen Untertauchaktion Kilometer vom Dorf entfernt in einer versteckten Hütte. Alles gut und schön, immerhin hat Naiara ihm ja eine Nachricht zukommen lassen. Nur, ja nur das er diese nie bekommen hat, denn ihr Cousin hat sie abgefangen.
Ihr Vater warnte sie dann noch das sie gleich in den Fluss laufen soll, wenn er sich nach der Konfrontation damit komisch verhält. Tut er natürlich und sie ist total aufgelöst und entscheidet sich dann einfach ihm zu glauben. Egal wie viel gegen den Zufall stand, das er sie dort einfach mal so gefunden haben könnte. *Seuftz* Sie wird ja nicht einmal misstrauisch als er ihre Sachen durchwühlt! Sie weißt ihn nur darauf hin, das nächste Mal doch bitte aufzuräumen. Ja nee . . .
Ich denke ihr versteht, was ich meine.
Die anderen Charaktere um Naiara nehmen eher Nebenrollen ein, sind aber trotz der doch geringen Seitenanzahl sehr schön ausgearbeitet. Besonders gut hat mir ihr Vater gefallen. Und Ian. Obwohl er fast nie was sagte. ^-^
Diesem Buch stehe ich mit gemischten Gefühlen gegenüber.
Auf der einen Seite gefällt es mir sehr gut, wie die Legenden und Mythen rund um den Amazonas zum Leben erweckt und in ein wunderschönes Bild gepackt wurden. Man konnte es sich gut vorstellen und der Erzählstil war wirklich mal etwas anderes. Ungewohnt zwar, aber nicht schlecht.
Was mir nicht so gut gefallen hat, war zum Beginn der recht zähe Anfang. Ich glaube bis um die 100ste Seite hatte das Buch mich nicht wirklich überzeugen können. Die Legenden waren interessant und auch die Kultur, aber der wirkliche Funke, den eine Geschichte trägt, konnte noch nicht überspringen. Dann aber wurde es von einer zur anderen Seite spannend und fesselnd.
Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. In solchen Momenten bin ich immer sehr froh, dass ich Büchern bis zum Ende eine Chance gebe: :3
Leider hielt die Spannung dann aber nicht zum Ende. Nach dem großen Kampf der Gewalten sackte es wieder ein und machte die letzten Seiten nicht zu einem genießerischen Dessert, sondern eher zu einer kleinen Qual.
Dazu kommt Naiaras Naive Art, die ich nicht wirklich glaubwürdig fand. Erst ist sie argwöhnisch und dann entscheidet sie, ihm doch alles zu glauben. Ich habe mich da wirklich gefragt, was bitte den noch passieren muss, ehe sie mal etwas misstrauischer wird. *Seuftz*
Etwas anderes ist Ian. Ich mochte ihn, auch wenn man die von ihm kommenden Sätze wohl an einer Hand abzählen kann. Aber etwas an deinem Charakter hat mich sehr fasziniert. Was ich aber ziemlich unpassend fand war, seine plötzlich entflammten Gefühle. Ich meine, war ja dann ganz praktisch für Naiara, aber trotzdem kam mir der Sprung dazu wenig realistisch vor.
Zum Schluss dann noch eins, zwei widersprüchliche Sache. Ein Beispiel. Es wird einmal erwähnt das Menschen nicht lange einen fremden Geist in sich tragen kann, da dessen Seele dann verdrängt wird, und verkümmert/stirbt. Kaum später jedoch erfährt man das ein Charakter im Grunde dann schon jahrelang besessen gewesen sein musste. Merkt ihr mein Problem an der Sache?
Ein Abenteuer, in dem die Legenden des großen Flusses zum Leben erwachten und mich neugierig auf die Mythen des Amazonas machten. Mit Sicherheit werde ich mir demnächst mal die Zeit dazu nehmen, etwas dieser doch ganz anderen Kultur nachzuforschen.
Ein schönes Buch, das sich leider durch einige Kanten nur 3 von 6 möglichen Krümeltörtchen ergaunern kann.


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