Dienstag, 27. September 2016

Miss You

Titel: Miss You
englischer Titel: Kiss of Frost
Reihe: Nein- Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Kate Eberlen
ISBN: 978-3-8371-3527-5
Preis: 14,99 $ (D) Broschur
9,99 $ (D) Hörbuch
Seiten: 576
empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
Erschienen: 29. August 2016
Doll brauchte morgens immer länger als ich, weil sie schon damals nie ohne komplettes Make-up vor die Tür ging.
Eine Sekunde lang treffen sich ihre Blicke, doch bevor sie sich anlächeln oder ein paar Worte wechseln können, ist der Moment schon wieder vorbei. Von da an beginnt für Tess und Gus eine Reise, die sich Leben nennt. Große und kleine Augenblicke warten auf sie, Kummer und Freude. Doch beide ahnen, dass sie Wege gehen, die nicht glücklich machen. Weil ihnen das Entscheidende fehlt. Was sie nicht wissen: Tess und Gus sind perfekt füreinander, und obwohl sie sich längst begegnet sind, haben sie es nicht bemerkt. Wann ist der alles entscheidende Moment für die große Liebe endlich da?

Das Cover ist recht einfach gehalten und sticht wohl gerade deswegen zwischen all den bunten Liebesromanen heraus. Schön finde ich das Herz, welches sich aus den beiden Buchstaben formt. Man erahnt das Genre so schon. Der Klappentext tut natürlich sein übriges. Nun schauen wir mal, ob das Versprechen gehalten wird.
Das englische Cover ist fast gleich.


Erster Satz - Zuhause hatten wir einen Teller, dem Mom im Urlaub auf Teneriffa gekauft hatte.

Jeder kennt ihn. Diesen einen perfekten Moment, wenn man jemanden in die Augen sieht und nur einen Sekundenbruchteil hat für ein "Hallo" oder ein Lächeln. Auch bei Tess und Gus gab es diesen Moment. Und er verging. Sie verloren sich aus den Augen ohne zu ahnen, dass sie perfekt füreinander waren.
Durch ihre Vergangenheit.
Ihre Zukunft.
Sie treffen sich wieder. Kleine Momente die vergehen und was zurückbleibt, ist die Frage, ob sie sich jemals finden werden.



Der Klappentext klang super das Cover war zwar ruhiger aber dennoch hatte es irgendwas und dann haben wir einen Schreibstil der sich einfach gut liest, dem jedoch gleichzeitig unheimlich an Tempo fehlt. Viel zu oft verfing ich mich in viel zu langen Episoden eh dann mal wieder überhaupt etwas Relevantes passierte. Das nahm für mich ziemlich die Spannung aus dem Buch heraus, welche doch gerade am Anfang so vielversprechend schien.
Doch statt zarter Romantik ergießt sich die Autorin in langen Daily life - Momenten und wenn es dann doch mal zu einem Treffen der Charaktere kommt - die kann man im Grunde nämlich zählen - vergehen sie plötzlich innerhalb eines Wimpernschlags. Dies sorgte dafür, das ich irgendwie die ganze Liebesgeschichte schlussendlich eher weniger abkaufen konnte.
 Zu den Charakteren konnte ich das ganze Buch über keine wirkliche Beziehung aufbauen. Sie schienen irgendwie weit weg und selbst Gus mit seinem verstorbenem Bruder kam bei mir gefühlstechnisch nicht an.
Tess war für mich irgendwie zu "leidend" dargestellt. Das liegt nicht an ihrer eher ruhigen und sittsamen Art. Nein. Auch solche Charas können tiefe haben. Aber hier eben nicht. Sie musste sich ja um ihre Schwester kümmern welche eine leichte Form des Asperger syndrom´s hatte. Dass das Mädchen damit super klar kam, rutschte irgendwie vor lauter Mitleid gerne Mal in den Hintergrund. Dafür gab sie ihren Traum vom Studieren auf und betonte das gerne Mal durch Taten. 
Warum sie nicht mal jemanden anderen aufpassen ließ ist mir dabei ein Rätsel. 
Und dann Gus. Er ist soo langweilig das er sogar Tess noch übertrifft. Vielleicht sind sie also doch das perfekte Paar. Alltagsleben wohin man mal schaut und hier und da ein eingestreuter Gedanke über den verstorbenen Bruder. Wirklich Tiefe erlangte weder er noch Tessa.
Die einzige die mir sympathisch war und mal aus dem ganzen Einheitsbrei herausstach, war Hope - Tess Schwester. Sie war erfrischend anders und ein Farbklecks in diesem einheitlichen Grau. 

Sicher wird es genug geben die dieses Buch lieben werden. Ich gehöre leider nicht dazu. Für mich fehlte es trotz des tollen Stils einfach an Handlung. Es war zu lang für all das, was überhaupt relevant war. Weniger wäre hier also durchaus mehr gewesen. Die Hälfte der Seiten hätten so vermutlich eher zum Erfolg geführt.
Auch in Sachen der Charaktere sprang der Funke einfach nicht über.  Abgesehen von Hope natürlich, die richtig aus dem Buch heraussprang. Und wenn man sich in einem Liebesroman auf die Szenen mit der kleinen Schwester freut, weil alles andere nicht bei einem ankommt, kann nur etwas fürchterlich schief laufen. 

Für mich leider ein Buch das mich nicht begeistern konnte. 
 2 von 6 mögliche Krümeltörtchen und diese auch nur für Hope und den tollen Stil.


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