Sonntag, 10. Januar 2016

Der Zauber des Meeres


Titel: Der Zauber des Meeres
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Valea Summer
Verlag: Indi-Autorin
ISBN: 978-3-73921-962-2
Preis: 10,99 $ (D) Broshur

2,99 $ (D) eBook 
Seiten: 324
empfohlenes Alter: ab 13 Jahren
Erschienen: 11. Dezember 2014
So viele Männer waren gar nicht an Bord.
Sie töten mit ihren Stimmen, locken Seemänner ins Verderben, um ein Reich zu schützen, das tief unten in den Fluten begraben liegt. Doch die Besatzung eines goldenen Schiffes widersteht dem Gesang der drei Meerjungfrauen. Von Neugier getrieben, begibt Aquana sich mit ihren Schwestern auf eine gefährliche Reise, nicht wissend, dass das Schicksal sie leitet.

Das Cover, ich denke, da sind wir uns einig, ist ein absoluter Traum. Es hat Tiefe, Stimmung und passt von Farbe bis zur Schrift einfach. Das ist genau so eines, wo ich mir die Print-Ausgabe nur kaufen würde, weil mich das Cover so verzaubert. ^^ Jaja, ich weiß. ich habs mit hübschen Covern einfach.

Es ist ein ganz normaler Tag, an dem sich für Aquana und ihre Schwestern alles ändert. Alles beginnt mit einem goldenen Schiff, dann ein Sturm und plötzlich haben si ungebetene, wie gleichsam so ungeheuer faszinierende Gäste auf ihrer geheimen Insel im Meer.
Doch die Fremden sind umweht von Geheimnissen. Irgendetwas scheint an ihnen nicht normal zu sein. Nicht so wie bei den üblichen Landläufern, die sich nur durch wenige Töne für die Fischfrauen in die Fluten stürzen. 
"Schwester", flüsterte Aquana. "Komm da sofort runter, man wird und noch entdecken."

Neugierde war schon immer die große Schwäche der drei Meerjungfrauen. Doch das Abenteuer auf das sie sich nun begeben, kann ihnen nicht nur ihre Insel, sonst auch ihre Heimat und ihr Herz kosten.
Ist es das wert?

Der Stil ist okay, jedoch fehlt ihm die Lebendigkeit, die es schafft, mich in ein Buch hineinzuziehen. In keinem Kapitel konnte ich mich verlieren, schon allein deswegen, weil ich mir nicht ganz sicher war, ob die Autorin nicht vielleicht selbst den roten Faden ihrer Geschichte ein wenig aus den Augen verloren hat. Ich jedenfalls war mir nicht mehr ganz sicher, wo er nun entlangwandert. Die Szenen wirkten dadurch sprunghaft oder hingen einfach einmal mitten in der Luft fest. Boten kurze Informationen und Hinweise, die jedoch nie wieder aufgegriffen wurden. Das setzte natürlich nicht nur der Tiefe des Buches ganz gewaltig zu. Auch die Glaubwürdigkeit der Situationen litt darunter.
Dazu kommen die Dialoge, die für mich teilweise sehr arg konstruiert wirkten. Oft hätte ich mir mehr ruhe in einer Szene gewünscht, anstatt das man eine an die andere reiht.

Mit den drei Meerjungfrauen konnte ich leider über das Buch hinweg nicht warm werden. Auch hier fehlte Tiefe, die eben über "Aquana ist so und so und so" - Mentalität hinausging. Die Charaktere lebten nicht, sondern wurden vom Gefühl her gesetzt wie Spielfiguren. So bissen sich auch gerne mal die zu Anfang genannten Eigenschaften mit den Handlungen und auch eine Entwicklung war hier nicht zu spüren. So sprangen sie binnen Sekunden von Furcht, zu Neugierde, Angst und plötzlich bedingungslosem Vertrauen und Liebe.  Kein gleitender Übergang. Einfach umschalten und schon waren sie in einer ganz anderen Gefühlslage.
Auch die Männer waren da nicht ausgenommen. Auch wenn diese im Grunde gesehen kam überhaupt etwas besaßen, das man Charakter nennen konnte. Folgten sie doch alle im Großen und Ganzen ein und demselben Muster.
Zwei von drei waren ja so nett und alles, während der Dritte natürlich ganz rau und cool den Seemann heraushängen ließ. Zwar wurde dann hier und da die "schlimme" Vergangenheit angedeutet, aber nie näher ausgebaut. Auch das fand ich sehr schade, hätte man doch hier viel Charaktertiefe erreichen können. So wirkten leider auch die Herren der Schöpfung eher trüb als strahlend. 

Ariel trifft Underworld!
Das zumindest war mein Gedanke, als ich in etwa auf der Hälfte des Buches war. Der Zweite, dass die Grundidee wirklich interessant klangt, sich die Autorin allerdings etwas übernommen hat. Immer steckte sie noch und noch etwas hinein, verlor dabei aber auch viel aus den Augen.
Sei es die Geschichte wann und warum Poseidon denn so eifersüchtig über seine Meerjungfrauen wachte.
Oder was genau bei den Blutpiraten passiert ist - Woher der Kapitän kam und was ihn dazu gebracht, hatte so zu leben.
Was die verstoßene Meerjungfrau nun wirklich verbrochen hat und warum genau.
Und dass waren nur die Hauptaspekte. Ich könnte dass leider noch um ein ganzes Stück erweitern. Diese ganzen halb garen Andeutungen raubten mir den Lesespaß, weil man schnell ein Gefühl dafür bekommt, ob Fragen offen bleiben oder beantwortet werden. Und hier wurden sie irgendwann schlicht und ergreifend vergessen.
Auch die Liebesgeschichte ließ mich leider völlig kalt. Es fehlte an den Momenten im Buch. An Momenten, in denen nicht plötzlich zur nächsten Stelle gesprungen wird oder man einfach noch dies und das eingebaut hat. Das "Gesäusel" der Blutpiraten konnte ich auch nicht wirklich als romantisch einordnen, sondern fand es eher ziemlich klischeehaft und eher kitschig, als das ich vor Herzflattern nicht aufhören konnte zu lesen. Natürlicher wäre besser gewesen.
Dann das Drama am Ende. Ich weiß nicht, warum es da war. Wirklich. Ich habe es gedreht, gewendet und darüber nachgedacht. Habe allerdings keine wirklich passende Erklärung dafür gefunden. Stimmung brachte das leider genauso wenig. Und das Einzige, was es mir aufzeigte, war, das die Nixen anscheinend ziemlich einfach gestrickt waren und ihren Männern alles Verziehen, solange sie wieder bei ihnen sein können. Ich an ihrer Stelle wäre erst mal richtig sauer gewesen. Aber gut. Ich bin ja auch keine Nixe. ^-^

Leider habe ich an dieser Stelle keine lobenden Worte für dass Buch, außer dass ich sagen, kann, dass die Grundidee interessant ist, jedoch meiner Meinung nach zu viel den Hauptstrank überlagert. Es fehlte mir einfach zu sehr an Charaktertiefe, Atmosphäre und Natürlichkeit. Auch passiert zwar viel, aber im Grunde auch wieder nichts, außer halblauten Drohungen von Poseidon, den ich schnell in die Kategorie "Schielende Hunde beißen daneben" eingeordnet habe. 
Zwei von sechs mögliche Krümeltörtchen für Cover und Idee. Mehr kann und will ich für dieses Werk nicht vergeben.


Kommentare:

  1. Hallo liebe Ruby,
    uiuiui da klingt ja nicht gerade schön :( Immer schade wenn die Mühen eines Autors sich nicht aus zahlen... Aber das Cover ist wirklich toll das hat mich auch gleich Sirenenhaft angezogen :)
    Ganz liebe Grüße
    Romi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Romi,

      Geschmäcker sind verschieden :) Meine Meinung ist ja nicht die der Welt. Aber das Cover ist soooo toll ♥

      Tintengrüße von der Ruby

      Löschen
  2. Hallöchen Ruby,
    schade, dass das Buch nicht so ganz nach deinem Geschmack war.
    Ich fand das Buch eigentlich ganz gut :)
    Aber Geschmäcker sind ja auch verschieden.
    Liebe Sonntagsgrüße
    Charleen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey,

      ja wie wahr. Es gibt ja auch einige große Autoren die eben auch nicht von allen geliebt werden ^^ Wäre ja auch blöd wenn alle immer das gleiche mögen würden :)

      Tintengrüße von der Ruby

      Löschen