Dienstag, 21. März 2017

Minus 18°

Titel: Minus 18°
schwedischer Titel: Arton grader minus
Reihe: Ja - Band 3 der - Fabian Risk - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Stefan Ahnem
Verlag: List
 Genre: Kriminalroman
ISBN: 978-3-8437-1480-8
Preis: 14,99 $ (D) Klappenbroschur
Seiten: 560
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 2. Januar 2017
Stattdessen zog der BMW auf der rechten Spur an ihr vorbei, als wäre es ein Kinderspiel. Willst du Krieg, du alter Sack?

In Helsingborg an der schwedischen Westküste wird ein Auto aus dem Hafenbecken geborgen. Eigentlich wäre der Fall klar: ein Unfall. Doch bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Fahrer schon lange tot war, als das Auto ins Wasser stürzte. Kommissar Fabian Risk und seine Kollegen untersuchen den mysteriösen Todesfall. Jemand glaubt, den Toten erst letzte Woche gesehen zu haben. Wie ist das möglich? Risk hat einen Verdacht, aber der ist so absurd, dass er ihn zunächst selbst nicht glauben will.
Eins ist allerdings sicher: Es wird noch weitere Opfer geben, ein Serienmörder ist am Werk. Nur durch Zufall ist die Polizei jetzt auf seine Spur gekommen. Der Tote im Hafenbecken war nicht das erste Opfer, und noch lange nicht das letzte ...

Dieses Cover ist natürlich wieder so absolut Krimi, dass man fast nichts mehr dazu sagen muss. Grau. Düster. Mit den typischen Krimifarben. Aber jeder der diesen Autor kennt, der weiß was sich hinter dem vielleicht eher typischen Cover versteckt. 


 Und dann das schwedische Cover. Richtig schade, wenn ihr mich fragt, dass es nicht bis zu uns durchgewunken wurde. Es ist einfach nur so mega cool. Gruselig und ein richtiger Blickfang. Natürlich schon ganz anders als das vorige aber hey, wäre das wirklich so schlimm?

Erster Satz - Kaum hatte Kripochefin Astrid Tuvesson das Haus verlassen und die Tür hinter sich abgeschlossen, ärgerte sie sich.

 Eine jagt von zwei Autos, Happy Slapping, eine tiefgefrorene Leiche und ein Toter der plötzlich den Gedanken hegte seine gesamten Finanzellen Anlagen zu verticken. All das türmt sich auf dem Tisch der Ermittler auf und scheint augenscheinlich nicht viel miteinander zu tun zu haben. Zumindest nicht alles. Dann die erste heiße Spur, ein Täter. Alles scheint so logisch und perfekt. Ist er Fall vorbei? Nein, denn wieder einmal erschafft Stefan Ahnem einen Fall, bei dem sich der Leser genauso verstricken kann wie die Ermittler. Nichts ist so einfach wie es scheint. 

Viele der Charaktere kennt man schon aus den anderen beiden Bänden. Oder wie bei mir, aus dem vorherigen. Auch wenn ich mir - da bin ich ganz ehrlich - über das Buch hinaus nur die wenigsten Namen merken kann. Kaum ist man aber wieder dabei, weiß man plötzlich wieder genau wer wann wieso was war. Sei es Dunja oder ihr Ex-Chef mit dem unaussprechlichem Namen, der einem über die Zunge holpert, aber immerhin beim Lesen fließend durch den Kopf geht. Vermutlich, weil er das geborene Arschloch ist. Aber sowas braucht das Buch einfach. Fabian ist natürlich auch wieder mit dabei und führt den Leser durch einen Großteil des Buches. Ein wenig Privatleben hat man dabei schon, jedoch liest es sich eben nicht wie ein Eheberater. Eine Tatsache für die ich diesem Krimi ja unendlich Dankbar bin. Viel zu oft rutscht bei solchen Geschichten die Leiche ins Vergessen. Furchtbar. Nein hier stehen Tat und Täter im Vordergrund und überrascht die Leser - und auch die Protagonisten - mit ungewohnten Wendungen. 

Er würde ihr entkommen. Sie fühlte, dass dieses Arschloch sich einfach weiter durchs Leben mogeln würde, als ob nichts passiert wäre. Als wäre das alles nur ein verdammtes Spiel. 

Seit dem Herzsammler liebe ich diesen Autoren. Einfach weil sein Buch ein Thriller/Krimi ist, wie ich ihn mir schon sehr lange gewünscht habe. Schnell, ohne ewig lange Vorgeschichten und einem Täter, dem man nicht trauen kann. Denn spätestens, wenn du dir sicher bist, wer es ist, weißt du fast schon das alles ein Falle war.
 Und als ich darauf kam das es anders war, eine kleine Ahnung in meinem Kopf Gestalt annahm, kam die Reaktion prompt im Text. So wahnsinnig spannend geschrieben. Intelligent. Anders. Und ja auch anspruchsvoller als die 0-8-15 Krimis die wie Pilze aus dem Boden schießen. Denn wir haben zwei rote Fäden, die fast schon drei sind, aber dann doch irgendwie zusammen gehören. Bedeutet, es passiert eigentlich immer was. Die Ermittler sind durchdacht, schnell. Verlassen sich nicht nur auf "Zufälle" oder "Überraschungszeugen" sondern tun was für das Ergebnis. Man kann sich fallen lassen. Dabei sein und sich die ganze Zeit fragen, was wirklich hinter all dem steckt. Und wie manche Protagonisten da wieder raus kommen.

Jeder der einen guten, also einen richtig; richtig guten, Krimi/Thriller sucht, sollte einmal Stefan Ahnem lesen. Warum? Tja da fängt es schon an. Es beginnt schon am Anfang, wenn der Leser plötzlich mitten ins Geschehen fällt. Vorgeschichte gibt es fast nicht. Man ist einfach da und muss sich genauso wie die Protagonisten im neuen Fall zurechtfinden. Gleichzeitig beginnt dort drüben etwas anderes. Zwei Geschichten, die verbunden sind - mal mehr mal weniger - und es schaffen nebeneinander zu laufen ohne sich gegenseitig zu ersticken. 

Passend zur Stimmung lief auch die kleine Nebengeschichte mit Fabians Tochter Greta ab. Und alle die jemals wirklich Gläserrrücken gespielt haben, kennen vielleicht dieses Schaudern, dass einem bei diesem Spiel durchfährt. Besonders wenn man die ganzen Warnungen darüber kennt, es doch besser zu lassen.

Das Ende fand ich übrigens sehr überraschend. Auch bin ich gespannt über den verlauf der kleinen intern-privaten Geschichte zwischen Fabian und seiner Familie. Wem ging es noch so?

 

Wer sich also mal so richtig in einen Krimi vertiefen will, greift zu diesem. Denn nur eines ist hier wirklich sicher. Das nichts sicher ist. 

Ich liebe, liebe diesen Autor! Seit Herzsammler bin ich ihm etwas verfallen. *lacht* Und freue mich schon auf den nächsten Band. Einfach ein super kluger Krimi, mit Tätern die mal nicht so durchschaubar sind. Klasse!
6 von 6 Krümeltörtchen für dieses Meisterwerk voller Spannung und Gänsehaut.



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