Samstag, 21. November 2015

Hellhole - Wenn der Teufel bei dir los ist


Titel: Hellhole - Wenn der Teufel bei dir los ist
englischer Titel: Hellhole
Reihe: Nein - Einzelband
Sprache: Deutsch
Autor: Gina Damico
Verlag: penhaligon
ISBN: 978-3-7645-3142-3
Preis: 14,99 $ (D) Broschur
Seiten: 384
empfohlenes Alter: ab 15 Jahren
Erschienen: 24. August 2015
"Nun ja, ich bin ein Satan. Es gibt sechshundertsechundsechzig von uns, nicht das irgendjemand uns zählen würde. Aber ihr Lebenden scheint uns dauernd zu einem einzigen allmächtigen, bösartigen Wesen zusammenfassen zu wollen, und ich neige dazu, meinem Publikum zu liefern, wonach es verlangt."
Max ist ein stinknormaler Nerd. Mit stinknormalen Nerd-Hobbys (Games) und stinknormalen Nerd-Problemen (zu wenig Kohle für Games und keine Freundin). Doch als eines Tages ein ausgewachsener Teufel – rot, mit Hörnern und einem unglaublich derben Wortschatz – in seinen Keller einzieht, steht Max‘ Leben plötzlich Kopf: Burk macht sich auf der Couch breit, spielt den ganzen Tag Playstation und futtert alle Fastfood-Snacks auf, die sich im Haus befinden. Um jeden Preis muss Max den Teufel loswerden, schon um seiner schwerkranken Mutter den Schock ihres Lebens zu ersparen. Doch dann schlägt Burk ihm einen Deal vor: Er rettet das Leben von Max' Mutter, wenn dieser ihm eine Luxusvilla mit Whirlpool besorgt. Und schlagartig wird aus dem unscheinbaren Max ein kriminelles Mastermind wider Willen …
Wer will nicht einmal mit einem Satan auf der Couch sitzen und ganz entspannt ein Spiel zocken? Das zumindest oder ähnliche Gedanken hat man sicherlich wenn man das Cover zu "Hellhole" sieht. Besonders da das Cover und der Titel ja im ersten Moment ja nicht wirklich etwas miteinander gemein zu haben scheinen. Naja, bis auf den höllischen Aspekt zumindest. ;) Schmunzeln muss man auf jeden Fall erst mal.

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 Das englische Cover ist einfacher gehalten. Passt zwar besser zum Titel, würde mich aber so auf anhieb eher an eine andere Genre erinnern, wenn ich da ehrlich sein darf. 

Erster Satz - Max´Verbrecherkarriere nahm ihren jämmerlichen Anfang mit dem Diebstahl einer glitzernden pinkfarbenen Wackelkopffigur in Form einer Katze.

 Max hält es für einen schlechten Witz, als nach seiner abendlichen Grabeaktion plötzlich ein gehörnter Mann in seinem Keller sitzt und behauptet er wäre Satan. Oder zumindest einer von vielen.  Doch Burk ist real, faul, süchtig nach Snaks und bald gar nicht mehr so harmlos und blöd, wie Max im ersten Moment noch gedacht hatte. Denn ein Deal mit dem Teufel, ist wie ein Lauf über ein Minenfeld. Mann kann nur verlieren. 

"Was macht ihr Kids hier?" Wollte die Frau wissen. 
"Pfadfinderinnenkekse verkaufen", gab Lore mit ausdrucksloser Miene zurück. 
"Wo wohnt ihr?"
"Wie viele Schachteln darf ich für Sie notieren?"

Was für ein Glück das zumindest seine neue Freundin Lore ihm mit Rat und Tat - und so einigen zweifelhaften Methoden - den Rücken stärkt. Doch die Schlinge zieht sich immer fest. Denn Burk hat nicht vorzugehen. Ganz im Gegenteil. Er fühlt sich sogar recht wohl auf Erden. Der Horror für Max beginnt.
 Gebt es zu. Der Klappentext hat euch zum Schmunzeln gebracht. Und ja, dem Buch fehlt der Humor absolut nicht. Und noch etwas ist hier ganz einzigartig.  Grenzenlos kippt da nämlich der Humor plötzlich in tödlichen Ernst um. Und zwar so gleitend, das man sich genau, wie Max plötzlich in einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Situation wiederfindet. Zwar fehlt der Humor nicht, aber er wird dunkler. Rabenschwarz kann man ihn fast nennen. Und es beginnt den Seiten etwas fast schon Grausames anzuhaften. Etwas, bei dem man beim Lesen froh ist, das Burk nicht im eigenen Keller sitzt. 
 Max ist wie jeder andere von der Straße. Nichts Besonderes, unscheinbar und einfach nur froh, wenn er einen Tag hinter sich hat und wenn seine Herzkranke Mutter nicht stirbt. Auch besonders mutig ist er nicht unbedingt. Sprich, Max ist wohl in dem Sinne nicht unbedingt der typische Held einer Geschichte wie dieser und passt doch gerade deswegen wohl am besten hinein. Eben weil er so normal und alltäglich ist.  
Dann gäbe es da Lore. Max trifft sie bei seiner Recherche nach seinem kleinem teuflischem Problem. Das Mädchen mit der gefühlten Gefühlsspanne einer Nulllinie lässt sie sich leicht von mir nicht einschätzen. Mag man sie oder eher doch nicht? Hilft sie oder macht sie es nur schlimmer? Und warum weiß sie so viel darüber? Doch neben den vielen Fragen, merkt man schnell, dass sie trotz ihres kurzen Kennenlernen sehr loyal ist.  Vielleicht nicht immer in der Rechtslage richtig, aber Loyal auf ihre Art und Weise. 

"Was ist los mit dir? Erzähl mir nicht, du magst keinen Speck."
"Nicht, wenn er eine Millionen Grad heiß ist und mir direkt ins Gesicht fliegt."

Und dann gibt es da natürlich auch noch Burk. Der "freundliche" Teufel von nebenan. Wobei freundlich so ein dehnbarer Begriff ist. Denn Burk ist eben auch einer der Satans und damit im Grunde prädestiniert dafür Chaos und Zerstörung zu verbreiten. Da bringt seine Vorliebe für Snaks und Alkohol auch nicht seine Süße Seite zum Vorschein. Fakt ist jedoch, dass man ihn am Anfang einfach komplett falsch einschätzt. Vielleicht hatte ich auch beim Lesen "Hellboy" im Kopf "*lacht*. Nach diesem Buch, werde ich diesen Fehler bei Teufeln in meiner Nachbarschaft aber unter Garantie nicht mehr machen. ;)
 
 Ich ging an dieses Buch mit einer ganz anderen Erwartung ran, als ich schlussendlich präsentiert bekommen hatte. Ich dachte, es wäre eher eine lockere, recht humorvolle Geschichte über Teufel, Sünde und den kleinen "Looser" dazwischen. Und so präsentierte sich das Buch auch bis sagen wir knapp der Hälfte. Der Humor kam nicht zu knapp und Ich konnte Burk nicht so recht ernst nehmen. Ich meine klar, er ist Satan und alles, aber wie ernst nehmt ihr einen Snaksüchtigen Typen ohne Hose?
Nicht sonderlich. Stimmt´s?
Das ist wohl der erste Fehler.
Denn dieses Buch macht eine gleitende Wendung und man sitzt plötzlich im Netz des Teufels, ehe man sich alles richtig bewusst werden konnte. Besonders da Max eben nicht der Typ ist, der prädestiniert fürs Böse-sein ist.
All das zusammengenommen macht aus diesem Buch vielleicht nicht das was man erwartet, aber auf jeden Fall das,  was man unter keinen Umständen verpassen sollte. Denn wer weiß schon, wo der nächste Teufel lauert? ;)

 Ich bin ziemlich begeistert und innerlich doch fast schon aufgewühlt wegen diesem Buch. Eine jubelnde Mischung die nun einerseits froh ist Burk los zu sein, andererseits aber auch traurig darüber, das es schon vorbei ist. 
6 von 6 absolut teufelsfreie Krümeltörtchen für dieses Auf und Ab und der Gewissheit, das man Teufels nicht trauen sollte. Egal wie süchtig sie nach Chips sind.



Kommentare:

  1. Hi Ruby!

    Das Buch ist mir schon öfters über den Weg gelaufen, ich konnte mich aber nie wirklich entscheiden - aber nach deiner tollen Rezi wandert es sofort auf meine Wunschliste :D

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hey Aleshanee,

      na dann hoffe ich das es dir genauso gefallen wird wenn es von deiner WuLi auf das Regal springt :)

      Tintengrüße von der Ruby

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