Mittwoch, 12. Februar 2014

Vorübergehend tot

Titel: vorübergehend tot
englischer Titel: Dead until Dark
Reihe: Ja - erster Band der Sookie Stackhouse - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Charlaine Harris
Verlag: Feder & Schwert
ISBN: 978-3867-620550
Preis: 9,95 $ (D) Softcover
Seiten: 328
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 6 Juli 2008
  
"Ich heiße Bill", erwiderte er.
Ehe ich es verhindern konnte, lag ich auch schon laut lachend auf dem Po. "Ein Vampir mit Namen Bill!" kicherte ich. "Ich dachte, Sie würden Antoine heißen oder Basil oder Langford - aber ausgerechnet Bill?"
Sookie Stackhouse jobbt in einer Kleinstadt in Louisiana als Kellnerin. Sie ist still, introvertiert und geht selten aus. Nicht, dass sie nicht hübsch wäre. Im Gegenteil. Sookie hat nur, na ja, eben diese "Behinderung". Sie kann Gedanken lesen. Das macht sie nicht gerade begehrenswert. Doch dann taucht Bill auf. Er ist groß, düster, gutaussehend - und Sookie hört kein Wort von dem, was er denkt. Er ist genau die Art Mann, auf den sie schon ihr ganzes Leben lang wartet... Doch auch Bill hat eine Behinderung: Er ist ein Vampir. Außerdem hat er einen schlechten Ruf. Er hängt mit einer verdammt unheimlichen Clique herum, deren Mitglieder alle - Überraschung! - Mordverdächtige sind. Als dann noch eine Kollegin Sookies ermordet wird, befürchtet sie, sie könnte die nächste sein...

Eine verrostete Dose mit Blut. Kaum etwas anderes passt wohl so gut zu diesem Vampir-Roman. Krochen doch die Blutsauger aus den Särgen, weil das synthetische Blut perfektioniert wurde und nun frei erhältlich in jedem gut sortiertem Supermarkt zu finden ist. Die Assoziation mit dem Hauptthema und dem Grund finde ich sehr treffend. Etwas düsterer hätte es vielleicht noch sein können, aber man kann ja nicht alles haben: :3
Für Liebhaber des Comiclooks, gibt es auch noch eine zweite Variante.

http://www.slam-zine.de/uploads/medium/rezension_voruebergehend_tot_cover.jpg
Und auch die amerikanische Variante will ich euch nicht vorenthalten. Meiner Meinung nach können wir mit unseren beiden hier ganz glücklich sein. So ist wohl für jeden mehr oder weniger was dabei. Schon alleine weil ich das Cover unser Englisch sprechenden Freunde alles andere als mitreißend ist.

Wirkt doch ein wenig der Kinderhand entsprungen, nicht?



Erster Satz -  Als der Vampir das Lokal betrat, hatte ich schon jahrelang auf ihn gewartet.

Nach vier langen Jahren kann Sookie es gar nicht fassen, als an einem ganz normalem Abend der erste Vampir im verschlafenem Bon Temps eintrifft. Keiner scheint von der Andersartigkeit des Gastes Notiz zu nehmen und dann ist auch gerade kein Blut in Flaschen im Haus. Kein sonderlich guter Start um ihn noch einmal in die heimischen Hallen des Merlotts. Als kurz darauf auch noch versuchen die Ratten ihn zur Ader zu lassen, scheint sein Schicksal als erster Vampir in dem verschlafenem Südstaaten Ort besiegelt.
Wie gut das Sookie gelauscht hat.
Nach einer gelungen Rettung, bemerkt die blonde Kellnerin es zum erstem Mal.
Sie hört ihn nicht. Nur Stille.
Keine Gedanken zucken durch ihren Kopf wie Leuchtfeuer. Nur wohltuende, nichtssagende Stille.

Aber ich habe eine Behinderung - ich jedenfalls versuche, das sie zu sehen.
Bei den Gästen gelte ich lediglich als verrückt.
Egal, wie man die Sache nennt, sie hat zur Folge, dass sich so gut wie nie jemand mit mir verabreden will. Daher spielen die kleinen Freuden des Lebens für mich eine große Rolle.

Doch der ruhige Schein wärt nicht lange und als Sookie ihre Kollegin erwürgt und mit Bissmalen am Oberschenkel auffindet, rückt der Vampir in den Kreis der verdächtigen.
Doch war er es wirklich?
Oder läuft dort draußen im Schatten ein noch viel größeres Raubtier herum und wetzt seinen Kranken Geist am Hass.


Mit einem lockeren, flüssig-fesselnden Stil führt Charlaine Harris uns in ihre Welt, in welcher Vampire gerade beginnen sich in der Gesellschaft zu integrieren.
Die Geschichte ist aus Sookies Sicht, in der Ich-Perspektive, verfasst und gibt durch ihre telepathischen Kräfte, dennoch Einblicke in die Gefühle und Gedanken ihrer Mitmenschen. Eine sehr originelle Idee die regelmäßige Charaktersichtenwechsel erspart.
Besonders gefallen hat mir der einfließende Humor, welcher sich oft in Sookies Gedankengängen findet, oder in den Reaktionen des Vampirs Bill.


Eine weile grüble ich nun schon auf welchen Charakter ich näher ein gehen sollte. Gut, da hätten wir die etwas Navie Sookie, welche ihr Leben als Gedankenlesende Kellnerin, so gut es eben mit ihrer "Behinderung" geht, führt. Und den ruhigen Vampir Bill dürfen wir natürlich nicht vergessen.
Und Jason,... und Sam ...und und und..
Erkennt ihr mein Problem? So viele Charakter die alle gleich wichtig erscheinen und doch, das ist etwas Besonderes, alle in einer Art und Weise vorgestellt werden, nach und nach ohne hast, dass es so unglaublich leicht ist sie sich alle vorzustellen, sie zu greifen. Alle glänzen durch einen Tiefgang, eine Lebendigkeit das es ein Genuss ist. Sie entwickeln sich weiter, agieren realistisch und machen richtig Lust darauf zu erfahren wie es weiter geht.


Ehe für mich das Buch kam, hatte ich schon die TV-Serie True Blood mit einer Freundin erfolgreich gesuchtet. Klar doch das ich mir auf kurz oder lang die Bücher nicht entgehen lassen wollte. In Anbetracht meines beachtlichen SuB´s, dachte ich mir aber ich würde sie mir erst etwas später besorgen. Und diesmal kann ich sogar mit Gut und Recht sagen, dass ich absolut unschuldig bin, dass die ersten beiden Bände bei mir eingezogen sind. :3
Nun hatte ich also den ersten Band vor mir und was soll ich sagen. Begeisterung pur! Besonders positiv war ich überrascht als ich feststellte, dass dieser oder jener Aspekt, welcher mich in der Serie ziemlich genervt hatte, im Buch ganz anders war. Zum Beispiel spielt gerade in der ersten Hälfte der Serie Sex eine solch übergeordnete Rolle, das man sich dabei erwischt wie man die Augen verdreht. Im Buch ganz anders. Natürlich findet man hier ebenfalls Gewalt und Sex, aber gerade letzteres sehr dezent und nicht in Seitenlangen(bzw. im Film Minutenlangen) Ausführungen. Ich glaube wenn es überhaupt eine halbe Seite einnahm, war es viel.
Eine weitere positive Überraschungen stellten der Charakter von Sookie dar. Ich fand sie so schrecklich nervig in der Serie. Sei es, weil sie mal wieder nur wegen ihren Kräften heult, oder einen auf ach so Mutig tut, nur um dann doch nach ihrem Hausvampir zu Schrein. Vor ihren Launen musste man sich wirklich ducken. Im Buch ganz anders. Sie ist viel durchdachter, auch mal aufgewühlt, ja, aber immer in einem verständlichem Bereich. Auch heult sie nicht dauernd wegen ihrer Kräften herum. Gut, sie sieht es als Behinderung, erklärt aber gleichzeitig das es eben sehr Anstrengend ist es auszublenden.

Es war immer dasselbe. Man kann sich einfach nicht darauf konzentrieren, sich mit einem Mann zusammen wohl zu fühlen oder sogar romantische Gefühle für ihn zu entwickeln, wenn man gleichzeitig hört, wie er sich fragt, ob man sich wohl die Haare färbt und dass er eigentlich meinen Hintern nicht hübsch findet und spekuliert, wie mein Busen wohl aussehen mag.

Stellt euch mal vor wie viele Ohrfeigen ihr da verpassen müsste. ;)
Auch Jason macht im Buch eine weitaus bessere Figur. Er ist definitiv weniger Hirnlos und gut er hat seine Frauengeschichten am laufen, wie man es auch aus der Serie kennt, aber bei weiten diskreter.  
Interessant fand ich auch, das hier einmal etwas näher darüber philosophiert wurde, wie es zur Entstehung von Vampiren überhaupt gekommen war. 
Völlig ohne Punktabzug kommt Vorübergehend tot Leider dann doch nicht davon. Etwas störend fand ich das manche Handlungsstränge sich für meinen Geschmack einfach etwas zu lange gezogen habe. Auch die vielen Daily life Elemente hätte ich mir etwas spärlicher Gewünscht.


  Nimmt man das alles zusammen, und berücksichtigt noch das es insgesamt 13 Bände gibt, erscheint mir Vorübergehend tot wie ein sehr langer und ausgeprägter Prolog. Man lernt die Charakter und ihre Ansichten kennen, macht sich ein Bild von der Gegend und den Menschen, welche nun mit den Vampiren Leben müssen. Und das nicht jeder so begeistert davon ist, zeigt sich sehr deutlich.
Nach reiflichem überlegen vergebe ich 4 von 6 Krümeltörtchen und habe große Erwartungen an Band zwei.

Kommentare:

  1. Mir hat die Reihe auch gut gefallen, fast besser als die Serie - obwohl man es eigentlich kaum miteinander vergleichen kann.

    LG
    Tina

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  2. Hallo Tina,

    da muss ich dir recht geben. Vergleichen kann man sie nicht. Schon weil die Serie auf viel mehr Aktion ausgelegt ist. Werde mich von den anderen Büchern auf jeden Fall überraschen lasse. :D

    Grüße von der Ruby

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  3. Also hat dir das Buch besser gefallen als die Serie?

    Ich habe das Buch gelesen, bevor ich in die Serie reingeschaut habe. Nach dem Buch habe ich mir die erste Staffel auf DVD geholt - man ist ja neugierig ;)
    Ich war so enttäuscht von der Serie und finde das Buch um Längen besser!
    Sookie ist im Buch wesentlich angenehmer, aber Jason nervt mich bei beidem tierisch :D

    http://franzyliestundlebt.blogspot.de

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    1. Hallo Franziska,

      ja das Buch fand ich viel besser als die Serie. Gerade wegen der lieben Suki. Ich wieß ja nicht was die im Film mit dem Charakter gemacht haben, aber im grunde hab ich mir die ganze Zeit gewünscht das sie ins Gras beißt ^^. Und dann ist sie im Buch richtig cool gewesen :D
      Aber ist mal schön zu hören das es anderen genauso erging ^-^

      Tintengrüße von der Ruby

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