Donnerstag, 19. Juli 2018

Ein Meer aus Tinte und Gold

Titel: Ein Meer aus Tinte und Gold
englischer Titel: The Reader
Reihe: Ja - Band 1 der - Das Buch von Kelanna- Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor: Traci Chee
Verlag: Carlsen
 Genre: Jugendbuch / Fantasy
ISBN: 978-3-551-31728-5
Preis: 9,99 $ (D) Taschenbuch
Seiten: 480
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Erschienen: 30. April 2018
     
Als Sefia am nächsten Morgen erwachte, hatte der Regen immer noch nicht nachgelassen, und trübes Licht erfüllte das kleine Zelt.

Seit Sefias Vater ermordet wurde, kämpft sie mit ihrer Tante Nin ums Überleben. Aber dann wird Nin entführt und die einzige Spur zu ihr ist ein Buch: ein scheinbar nutzloser Gegenstand in einem Land, in dem fast niemand um die Existenz des geschriebenen Wortes weiß. Doch kaum berührt Sefia das makellose Papier, spürt sie eine magische Verbundenheit und lernt die Zeichen zu deuten. Das führt sie auf eine gefährliche Reise – und an die Seite eines stummen Jungen, der selbst voller Geheimnisse steckt. 
 
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Also alleine vom Cover her ist dieses Buch ja wirklich ein Hingucker. Dieses wirbelnde goldene Meer und darin ein Buch. Die tanzenden Buchstaben. Wunderschön. Und auch im Inneren lässt es sich nicht Lumpen. Denn wir haben sozusagen ein Buch um Buch. Und alles was in diesem »zweiten« Buch steht, ist auf ergrauten Seiten hinterlegt.
Eine ziemlich coole Idee.

Das englische Cover bekleckert sich dagegen nicht wirklich mit Ruhm. Ich meine alleine das Motiv . . . was will es mir sagen? Was für einen Bezug hat es bitte zu dem Buch? Soll das Sefia sein? Naja . . .

 
Erster Satz - Es war einmal und es wird eines Tages sein. So fangen alle Geschichten an.

Sefias Eltern sind Tod. Ermordet, wegen einem so kleinen, wie ungewöhnlichem Gegenstand. Einem Buch voller geschriebener Worte. In einer Welt, in der es diese eigentlich nicht geben sollte, ein Unding. Mächtig.
Nun wurde ihr auch noch ihre Tante Nin genommen und Sefia begibt sich auf die abenteuerliche Reise sie zu retten. Falls sie denn noch am Leben sein sollte. Dabei findet sie nicht nur unerwartete Gefährten, sondern beginnt auch langsam das Geheimnis um "Das Buch" zu lüften. Was sie damit jedoch anstößt, ahnt sie nicht.
 
 
 Sefias Kindheit war alles andere als normal gewesen. Nach dem Tod ihrer Eltern zieht sie mit Nin durch das Land. Immer auf der Hut vor unsichtbaren Feinden. Diese Lebensweise haben Sefia stark gemacht. Sie kennt ihre Stärken, fühlt sich in der Wildnis wohl und besitzt gleichzeitig eine sehr zarte und verletzliche Seite. Ihre Suche nach Nin wird auf mehr als eine Art sehr schmerzhaft für sie. Das sie daran wächst hat mir gut gefallen. Dennoch fehlte mir da noch etwas die Verbundenheit zu ihr. Könnte aber auch an dem leicht merkwürdigen Aufbau des Buches liegen.
Dann gibt es Archer. Ein Junge, der zum Töten abgerichtete wurde und durch Sefia die Freiheit bekam. Schnell erkennt man, das er ihr durch unglaubliche Loyalität verbunden ist. Er erkennt Sefias sanfte Seite und bewundert gleichzeitig ihre Stärke. Alles in allem ein sehr ruhiger aber auch starker Charaktere, zu dem ich noch eine Menge fragen habe. Vieles aus seinem Leben ist noch unklar und ich hoffe mehr im Verlauf der Reihe zu erfahren. 

Hallo.

Wenn du diese Worte liest, dann weißt du vielleicht, dass du alles lesen musst. Und vielleicht weißt du auch, dass du ganz genau lesen musst. Denn zwischen den Zeilen liegt ein Zauber und ein Hauch Hexerei.
Und wenn du einmal weißt, wie man Zeichen im Rauch erkennt und die Geheimnisse des Meeres lüftet, dann begreifst du auch, was Lesen bedeutet. Dies ist ein Buch. Du bist der Leser. Sieh genau hin. Hier ist Magie am Werk.
 
Dazu kommen auch noch andere Charaktere, die ich aber im Großen ganzen noch nicht wirklich einsortieren kann. Wie den jungen Bibeltheken-Schüler Lon. Auch ob die Bösen nun her wirklich die Bösen sind oder die Guten wirklich gut scheint noch wie in Schatten geschrieben. Das klingt verwirrend? Willkommen im Buch, dann erahnt ihr jetzt schon einmal was euch erwartet.
 
Jetzt wird es schon schwerer. Einerseits gefällt mir die Idee wirklich gut. Und kommt, ein Buch im Buch. Wie könnte man das nicht cool finden? Aber dann kommt das große Aber. Und das ist die Geschichte an sich. Würde man im Grunde sagen "Sefia und Archer laufen auf der Suche nach Nin eher planlos herum, während sie selbst keine Ahnung haben das sie verfolgt werden" hat man die grobe Rahmenhandlung im Grunde schon perfekt getroffen. Wer hier wirklich Aktion erwartet liegt falsch. Zwar versucht die Autorin eben durch den Einbau toller, lebendiger Charaktere und einem Verwirrspiel nach dem anderen das ganze aufzulockern, aber etwas bleibt doch auf der Strecke. Außerdem verwirrte sie mich damit sehr gerne. Denn hier scheinen sich ständig Gut und Böse abzuwechseln. Fragen bleiben im Raum hängen und dann taucht eine Person, auf die dann wieder verschwindet, damit zwar ein Kapitel aus ihrer Sicht bekommen hat aber im Grunde scheinbar vollkommen nutzlos und ja, sinnlos ist.
 
Ich habe das erste mal seit ich diesen Blog habe eine Rezi einige Tage vor mich hergeschoben, weil ich dachte, dieses Chaos in meinem Kopf würde sich legen. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Fragen sind offen. Und würde ich nicht von euch verflucht werden, würde ich euch jetzt Spoilern und zu jammern. *lacht* Ich habe es schon nicht leicht. Da ich das aber nicht darf, bemühe ich mich bei oberflächigen Andeutungen zu bleiben.
Ihr werdet verrückt von diesem Buch!!!
Das wäre im Grunde die Spoiler freie Kurzfassung. Erst denkt man gut, Sefia und Archer werden von den Bösen verfolgt. Die Fronten sind geklärt, super! Auf ins Abenteuer! Und dann dreht die Autorin alles um. Plötzlich scheinen die Bösen doch gut zu sein, wenn auch mit ziemlicher grau -tendenz. So ganz zimperlich sind sie immerhin nicht. Sefia und Archer sind aber auch keine Unschuldsengel. Also vielleicht sind alle missverstanden? Oh und dann kommt etwas über die Eltern raus . . . und über Nin . . . und es gibt Geschichten . . . Alles wird ein großes Knäuel. Ich jedenfalls kann nicht sagen wer nun überhaupt auf welcher Seite steht. Das macht mich kirre. Dazu gefühlt Tausend ungeklärte Fragen und viele lose Enden.  

So gesehen weiß ich nicht einmal, ob ich das Buch mag. Viel Passieren tut im Grunde nicht und doch wächst es einen durch diese Vielzahl an Bruchstücken schnell über den Kopf. Eine Idee wie die Autorin das alles ineinander verweben möchte, habe ich nicht. Alleine das Klären der Fronten scheint unmöglich.
 Band 1 ergaunert sich erstmal 4 von 6 Krümeltörtchen. Ich werde wohl Band 2 abwarten müssen, um zu entscheiden ob ich es mag.


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