Book Whisper Challenge - White or Black - Aufgaben im Oktober

 
Mit großen Schritten rückt der Oktober näher und das bedeutet für uns, es gibt neue Aufgabe. Nun wird es draußen wieder kälter und da haben wir doch glatt noch einen Grund mehr uns einkuscheln uns zu lesen. Nun kann wieder mit Berechtigung der Tee aus dem Schrank geholt und die Kuscheldecke auf die Couch gelegt werden.
Außerdem steht damit auch Halloween vor der Tür. Vielleicht gibt es da wieder eine Lesenacht? Und Bücher mit Vamps und Co. müssen natürlich auch dabei sein. Was uns zu unserem Thema für den Monat bringt. Bereit?


Hautaufgabe (3P)
Lies ein Buch in dem ein Vampir, ein Werwolf oder eine Hexe dabei sind.
 Nebenaufgabe (je 1P)
1.Lies ein Buch mit einem düsterem Cover.
2. Lies ein Buch das im Oktober eines beliebigen Jahres erschienen ist.
Zusatzaufgabe (2 Punkt.) 
Bastel ein passendes Fledermaus-Lesezeichen.
    Quest (5P pro Teammitglied )
 
 Feierst du Halloween? Verkleidest du dich? Gibt es Deko oder kennst du ein tolles Rezept? Dann lass alle daran teilhaben. (Zeig uns ein Bild von der Deko/ Kostüm und /oder ein tolles Halloween-Rezept, das nicht fehlen darf.)
 

Odinskind


Titel: Odinskind
norwegischer Titel: Ravneringe - Odinsbarn
Reihe: Ja-Band 1 der - Rabenringe - Buchreihe
Sprache: Deutsch
Autor:  Siri Pettersen
Verlag: Arctis Verlag
 Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-038-80013-2
Preis: 20,00 $ (D) Hardcover
Seiten: 656
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Erschienen: 20. Juli 2018
Und für dich und alle, die immer Bücher gelesen haben, von denen noch nie jemand gehört hat. Für alle, die etwas anders waren und in der Klasse immer ganz hinten saßen Für alle, die in einem dunklen Keller aufgewachsen sind, wo Würfel über euer Schicksal entschieden. Für alle, die sich immer noch verkleiden. Für alle, die nie richtig dazugehörten und oft das Gefühl hatten, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. 
Das hier ist euer Buch.



Hirka ist in Ymsland aufgewachsen. Mit fünfzehn findet sie heraus, dass sie ein Odinskind ist – ein schwanzloses Wesen aus einer anderen Welt. Von nun an ändert sich alles: Sie weiß weder, wer sie ist, noch, wohin sie gehört. Sie weiß nur, dass ihr Leben auf dem Spiel steht. Aber das ist nur der Anfang, denn Hirka ist nicht die einzige Fremde, die es durch die Steintore nach Ym verschlagen hat …




Bildergebnis für Ravneringe - OdinsbarnAn und für sich ist das Cover eher sehr unauffällig. Grau und braun. Etwas Schwarz. Ein leises Cover sozusagen, das seine Geschichte vielleicht auch etwas für sich behalten will. Und dennoch finde ich es gerade in seiner Schlichtheit unglaublich schön. Der Schwanz läuft übrigens bis auf die Einbandrückseite. Ein tolles Detail das einem tatsächlich in seiner Symbolik öfter im Buch begegnet.
Das norwegische Cover ist dem deutschen bis auf die Positionierung des Schweifs sehr ähnlich. Schönd as es übernommen wurde. Nebenbei bemerkt ihr bestimmt, wenn ihr euch das norwegische Cover anschaut, das ihr sogar großteils versteht, was da steht. Ich finde diese Sprache alleine wegen diesem Detail so cool.




Erster Satz - Thorrald schlüpfte gerade noch zur Tür herein, konnte sie aber nicht mehr hinter sich schließen. 


Hirka wächst wie alle anderen in einem Dorf in Ymsland auf. Doch anders als alle anderen, hat sie keinen Schwant. Als Baby haben die Wölfe ihn ihr genommen. Das zumindest erzählt ihr Vater, wenn sie danach fragt. Als die Wahrheit jedoch nicht mehr zu verbergen ist, steht für Hirka alles auf dem Spiel. Ist sie doch das, was die Ym fürchten. Eine Emblatochter. Die Fäulnis. Ein erdblindes Geschöpf das die grausigen Sagengestalten der Blinden ins Land locken würde. Für Hirka beginnt ein Wettlauf mit dem Tod. Wie gut, dass sie nicht alleine ist. Denn sie hat in diesem Land, das sie tot sehen will Verbündete gefunden. Wie ihren Kindheitsfreund Rime.
Doch bald schon hoben sich die Schwingen des Raben und enthüllten eine schockierende Wahrheit.

Das Buch springt zwischen drei Perspektiven hin und her. Einmal Hirka, dann Rime und schließlich zu Urd. Dabei laufen sie auch gerne einmal scheinbar komplett ohne Berührungspunkte nebeneinander her. Doch je weiter man kommt desto mehr verweben sich diese Punkte und ergeben ein großes Ganzes mit vielen, vielen Fragezeichen. Alleine für diesen Cliffhanger am Ende gehört die Autorin ja gefedert. *grins*
Aber zurück zum Text. Neben den Perspektivwechsel fällt dieses Buch besonders durch die Ruhe im Text aus. Klar gibts auch mal Aktion, aber es ist eher diese lauernde Anspannung, das steigernde Gefühl das etwas nicht Stimme und die leise Bedrohung die diese Geschichte trägt. Dabei gefällt mir besonders die Übersetzung. Sie stürzt sich nicht auf jedes Wort, sondern lässt die passenden Dinge eben auch mal im norwegischen wie "Mester". Das gibt der Geschichte viel Leben.

Hirka lächelte, als sie spürte, wie sich die Wärme in ihrem Körper ausbreitete.Das hier war der Geschmack der Erde. Genau wie Tee. 
Damit komme ich dem Umarmen am nächsten. 

Was mir auch sehr gefallen hat - und da werden sich sicherlich andere Geister scheiden - war das nicht jeder Pups erklärt wurde. So sprechen die YM und auch Hirka immer vom Umarmen. Doch eine wirkliche, detaillierte Erklärung was das nun genau ist und wie das funktioniert bekommt man nie. Mir selber hat das nicht gefehlt. Ich wusste, spürte, was gemeint war.



Hirka fand ich von den ersten Seiten an toll. Sie ist ein Stehaufmännchen das ihre eigenen Gefühle verbirgt. Das für andere alles tun würde und tut. Ein Mädchen das scheu ist aus Gründen die ihrem Instinkt und ihrer Erziehung zugrunde liegen und die keinen Respekt vor sinnlosen Titel hat. Das und mit ihrer Klugheit hat sie sich einen Platz in meinem Herzen erkämpft.
Dann Rime. Anfangs war ich etwas skeptisch und bin ihm inzwischen verfallen. Rime ist klasse. Ein Junge aus gutem Haus, einer der mächtigsten Umarmer und jemand der den Platz im Rat für eine Horde Auftragsmörder - Achtung stark vereinfachte Darstellung der Schwarzröcke - hinter sich gelassen hat. Wie kann man ihn nicht klasse finden?

Sie besaßen Schriften über nahezu alles: über den Seher, über die Kriege, über die Großartigkeit Mannfallas, über die klassische Schuhnaht aus Bokesj und verwirrte Schmetterlinge in Norrvarje, die im Winter herumflogen.

Dazu kommen große und kleine Nebenfiguren, die gleichzeitig so toll gezeichnet sind, das sie vielleicht auhc mal eine größere Rolle tragen können. In ihnen liegt viel Herzblut. Egal ob sie mal 20 oder nur 2 Seiten auftauchen. Hier haben wir Leben in den Seiten.

 
Ich bin immer noch so unglaublich froh darüber, das eine Kollegin mir in der Pause von diesem Buch erzählt hat. Ich war schon nach wenigen Sätzen fasziniert. Alleine, weil doch nicht so viel nordische Fantasy auf dem Markt ist. Und dann war es ein Buch, das ohne Schlachtenchaos direkt einen Nerv traf. Mit einer Geschichte die sicherlich auch etwas für den männlichen Teil der Bevölkerung ist. Ein Buch voller Lügen, Halbwahrheiten, Hoffnungen und ja, auch ein wenig Liebe. Eine tolle Mischung und ein wahrer Schatz im Regal.

Dieses Buch einzuschätzen ist nicht so leicht und gerade zum Ende gibt es so manche Überraschung. Ruhig, ein wenig leise und doch so fesselnd, das ein Tag einfach nicht genügend Stunden zu haben scheint.
Und es ist das erste Buch, bei dem die Widmung - ich habe sie euch oben abgetippt - mich direkt ins Herz getroffen hat.
6 von 6 Krümeltörtchen für diese versteckte Perle. Im Janur kommt endlich Band 2. OMG wie soll ich es bis dahin aushalten?


deutscher Buchpreis 2018 #2


Nach dem beim Buxtehude Bulle ja die Jugendlichen selbst mit ins Boot geholt wurden, habe ich mir mal hier die Auswahlkriterien etwas genauer angeschaut. Heute erstmal zu den Kandidaten. Jeder Verlag aus Deutschland, Österreich oder auch der Schweiz darf sein Glück versuchen. Dabei dürfen sie sich jedoch mit höchstens 2 Titeln aus ihrem Programm bewerben. Man erahnt den harten Kampf um die Führung. Solch eine Entscheidung trifft sich bestimmt nicht leicht. Und erst die Auswahl der Longlist! Puh! Das dauert erstmal einige Monate.

Habt ihr die ersten 5 Kandidaten sacken lassen? Dann kann ich ja etwas nachlegen. Im Shortlist - Teil schauen wir uns mal die Jury etwas genauer an.

Und hier kommen die restlichen!!!Und warum plötzlich so viele? Naja . . . vielleicht weil ich mit dem Termind er Shortlist im falschen Monat saß. *lacht* ;)



Die Katze und der General
Alexander Orlow, ein russischer Oligarch und von allen "Der General" genannt, hat ein neues Leben in Berlin begonnen. Doch die Erinnerungen an seinen Einsatz im Ersten Tschetschenienkrieg lassen ihn nicht los. Die dunkelste ist jene an die grausamste aller Nächte, nach der von der jungen Tschetschenin Nura nichts blieb als eine große ungesühnte Schuld. Der Zeitpunkt der Abrechnung ist gekommen.

Bestimmt habt ihr das Buch - oder den Vorgänger - schonmal im Buchladen gesehen. Es ist einfach Mega!!!  Dick. O.O










Die Gewitterschwimmerin
Die Hirschs waren Verfolgte, Widerstandskämpfer, Opportunisten, Künstler. Ein Jahrhundert deutsche Geschichte hat sie geprägt, und die Hirschs taten nicht wenig, um dem Jahrhundert ihrerseits einen Stempel aufzudrücken.
Oft galt es, die eigene Haut zu retten, dabei nicht empfindlich zu sein. Und empfindlich war Tamara Hirsch zum Glück nie. Stattdessen suchte sie das Abenteuer, die Herausforderung, das Risiko. Sie hat es geschafft, ihren Weg zu gehen, sie hat Menschen verletzt, vor den Kopf gestoßen, sich durchgesetzt, wann sie es für richtig hielt. Sie konnte sich durchschlagen, während die Familie andere zugrunde richtete; eine Schuld, die Tamara nicht verzeihen kann.

Irgendwie verwirrt mich der Klappentext. . .






BungalowDas Viertel, in dem Charlie aufwächst, ist im Krieg zerbombt und in den Fünfzigern als Demonstrationsobjekt für die Leistungsfähigkeit des Kapitalismus neu aufgebaut worden. Es gehört zum Weltkulturerbe und fühlt sich an wie das Ende der Welt. Während ihre Mutter das letzte Einkaufsgeld vertrinkt, beobachtet Charlie vom Balkon ihrer Betonmietskaserne die benachbarten Bungalows und deren Bewohner: Millionäre, an deren Verhalten sie ablesen kann, dass es mehrere soziale Klassen gibt und sie selbst zu einer der untersten gehört. Dann, kurz nach ihrem zwölften Geburtstag, zieht ein Ehepaar ins Viertel, das sich jeder Kategorie entzieht. Die beiden sind Schauspieler, unberechenbar, chaotisch, luxuriös, schlauer als alle anderen – und von der ersten Begegnung an für Charlie das, was der Rest der Welt als ihre "erste große Liebe" bezeichnen würde: Spielkameraden und Lover, größter Einfluss und größte Gefährdung.






Wie hoch die Wasser steigen
Auf einer Ölplattform mitten im Meer verliert der Bohrarbeiter Wenzel Groszak in einer stürmischen Nacht seinen einzigen Freund und seinen letzten Halt. Mit einem alten Pick-up und einer Brieftaube fährt er los, von Italien über die Alpen, in ein erloschenes Ruhrgebiet. Und je näher er seiner großen Liebe Milena kommt, desto offener scheint ihm, ob er noch einmal ankommen wird. Anja Kampmann erzählt von der Rückkehr aus der Fremde, vom Versuch, aus einer bodenlosen Arbeitswelt zurückzufinden ins eigene Leben.


Klingt ziemlich deprimierend wenn man den Klappentext so liest, oder?







Jahre später
Auf einer Lesung lernt April einen Mann kennen, der ihr zunächst durch seine dreist raumnehmende Art auffällt. Es ist nicht Sympathie, die sie zusammenführt. Es ist eine andere Form der Anziehung: Intensität. Eine schicksalhafte Begegnung. Denn Ludwig, der Chirurg aus Hamburg, wird für April zum Lebensmenschen werden – und April für ihn. Im Guten wie im Schlechten.
Angelika Klüssendorf erzählt, wie eine Liebe zwischen zwei radikalen Einzelgängern entsteht, die beide mit ihren eigenen Mitteln versuchen, ins Soziale zu finden und zu sich selbst. Es ist eine Geschichte von Öffnungsbereitschaft, glühender Gemeinsamkeit, aber auch den unaufhaltsamen Fliehkräften, die das Paar auseinandertreiben.







Ein schönes PaarBeim Ausräumen seines Elternhauses stößt der Fotograf Philipp auf einen Gegenstand, der in der Geschichte seiner Eltern eine entscheidende Rolle gespielt hat. Die beiden, Herta und Georg, waren ein schönes Paar. Philipp erinnert sich an ihr junges Liebesglück, ihre Hoffnungen und Gefährdungen, an die überstürzte Flucht seines Vaters aus der DDR in den Westen. Das hätte, da ihm die Mutter und der Junge ein paar Tage später folgten, der Beginn eines erfüllten Lebens sein können, tatsächlich aber trug die Flucht den Keim des Unglücks in sich. Nach und nach geht Philipp das Paradoxe der elterlichen Beziehung auf: Dass es die Liebe war, die ihre Liebe zerstörte. Damit aber ist die Geschichte, die auch sein Leben überschattet hat, nicht vorbei. Am Ende stellt er fest, dass Herta und Georg all die Jahre über miteinander verbunden waren, auf eine Weise, die sie niemandem, nicht einmal sich selbst, eingestehen konnten.
Ein ergreifender Roman über Liebe und Vergänglichkeit vor dem Hintergrund der deutschen Teilung.




Archipel"Es ist der 9. Juli 2015, vierzehn Uhr und zwei, drei kleinliche Minuten. In La Laguna, der alten Hauptstadt des Archipels, beträgt die Lufttemperatur 29,1 Grad. Der Himmel ist klar, wolkenlos und so hellblau, dass er auch weiß sein könnte". Damit fängt es an. Und mit Rosa, die zurückkehrt auf die Insel und in das heruntergewirtschaftete Haus der vormals einflussreichen Bernadottes. Rosa sucht. Was, weiß sie nicht genau. Doch für eine Weile sieht es so aus, als könnte sie es im Asilo, dem Altenheim von La Laguna, finden. Ausgerechnet dort, wo der stolz-grimmige Julio noch mit über neunzig Jahren den Posten des Pförtners innehat. Julio war Kurier im Bürgerkrieg, war Gefangener der Faschisten, er floh und kam wieder, und heute hütet er die letzte Lebenspforte der Alten von der Insel. Julio ist Rosas Großvater. Von der mütterlichen Seite. Einer, der Privilegien nur als die der anderen kennt.






Hier ist noch alles möglich
Abend für Abend schaut die junge Nachtwächterin auf die Bilder der Überwachungskamera. Nichts regt sich – die Tage der Verpackungsfabrik sind gezählt, die meisten Mitarbeiter bereits gegangen. Als jedoch ein Wolf auf dem Gelände vermutet wird, entstehen Risse in der Gleichförmigkeit. Gibt es ihn tatsächlich? Wie gefährlich ist er? Je genauer die Nachtwächterin der Spur des Wolfes folgt, desto mehr schwinden die Gewissheiten. Was hat es mit dem Mann auf sich, der nahe der Fabrik aus einem Flugzeug fiel? Was mit der jungen Bankräuberin, deren Phantombild dem Gesicht der Nachtwächterin so ähnlich sieht?

Ich hatte gerade ein totales Cover-Déjà-vu. Findet ihr nicht, es sieht dem einen recht ähnlich? Siehe "Bungalow"








Heimkehr nach FukushimaDer Architekt Paul Neuhaus, frisch verlassen, erhält eine Einladung von seinen alten Freunden Ken-Ichi und Mitsuko. Der Bürgermeister eines Dorfes nahe beim Unglücksmeiler von Fukushima, Mitsukos Onkel, bittet Neuhaus, ihn zu besuchen. Die Gegend ist verstrahlt, die Dörfer sind verlassen, die kontaminierte Erde ist abgetragen. Die Regierung wünscht die Rückbesiedlung, aber die Menschen haben Angst.
Der Bürgermeister will Neuhaus für eine Künstlerkolonie gewinnen – in der verstrahlten Zone –, um neue Hoffnung zu wecken. Neuhaus reist mit Mitsuko an und sie geraten in eine unentrinnbar intensive Nähe zueinander. Ist in der schönen, verseuchten Landschaft Fukushimas eine Zukunft möglich wie auch in der Liebe zwischen Paul und Mitsuko? Sie beide begleitet die Lektüre Adalbert Stifters. So wie dort die geheimnisvolle Kette von Ursache und Wirkung die Bereiche des Lebens gleichermaßen verknüpft, so stellt die unheilvolle Kettenreaktion im Atommeiler in Fukushima nicht nur die Japaner vor die Frage, was diese Katastrophe über uns alle sagt. Sind wir im Zentrum der Gefahr nicht näher an unserer Wahrheit und an der unserer Gegenwart?




HysteriaWas passiert, wenn man der Natur und den eigenen Sinnen nicht mehr trauen kann?
"Hysteria" erzählt die Geschichte von Bergheim, der auf einem Biomarkt merkwürdig unnatürliche Himbeeren entdeckt. Auf der Suche nach dem Rätsel ihrer Beschaffenheit und Herkunft gerät er immer tiefer in eine kulinarische Dystopie, in der das Natürliche nur noch als absolutes Kunstprodukt existiert, weil das Künstliche längst alle Natur ersetzt hat. Aber keiner weiß davon. Nur seine Hypersensibilisierung befähigt Bergheim, die unheimliche Veränderung wahrzunehmen und ihr nachzugehen. Alle Fäden laufen im Kulinarischen Institut zusammen, wo er Charlotte wiedertrifft, seine Studienfreundin und ehemalige Geliebte, die nun als Leiterin an der Spitze der Bewegung des "Spurenlosen Lebens" steht. Allein mit Ansgar, dem dritten im Bunde des ehemaligen Uni-Triumvirats, wird es Bergheim gelingen, etwas dagegen zu tun.






Sültzrather

Sültzrather handelt von einem Zimmermann aus Aibeln in Südtirol. Nach dem Sturz vom Baugerüst und der folgenden Querschnittslähmung beginnt der Protagonist Vitus Sültzrather zu schreiben. Es ist ein Schreiben gegen das Vergessen: Wie besessen, akribisch genau, vertraut er die Details, die nur er wissen kann, dem Papier an. Doch dann beginnt er das, was er aufgeschrieben hat, wieder zu vernichten, Seite für Seite abkratzend, abschabend, ein Vernichtungsfeldzug, der von seiner Umgebung, seiner Schwester, der Zugehfrau und deren Tochter nicht gestoppt werden kann.










Der Vogelgott

Hier hat eine große Erzählerin aus einer grimmigen Geschichte einen grandiosen Roman gemacht. Die Mitglieder einer wissenschaftlich orientierten Familie werden durch eine zufällige Entdeckung auf einem Kirchenbild in den schwer durchschaubaren Mythos eines Vogelgottes hineingezogen – mit einem Sog, dem sie so wenig widerstehen können wie der Leser dieser Geschichte. Spätestens als sich herausstellt, dass dieser Mythos eben nicht nur ein Mythos ist. Es ist eine sagenhafte, aber elende Gegend dieser Erde, wo die Verehrer des Vogelgotts leben, die ihm allerdings weniger ergeben als vielmehr ausgeliefert zu sein scheinen.








Dunkle Zahlen

Moskau 1985: Die internationale Programmierer-Spartakiade hält die akademischen Eliten des Landes in Atem. Hier messen sich aufstrebende Mathematiker in den Techniken der Zukunft, die nur noch einen Tastendruck entfernt scheint. Doch die kubanische Nationalmannschaft ist kurz vor der Eröffnung des Wettbewerbs spurlos verschwunden – und ihre resolute Übersetzerin Mireya begibt sich auf eine atemlose Suche durch die fremde Hauptstadt, die wie elektrostatisch aufgeladen surrt und flimmert. Architekten und Agenten, dichtende Maschinen und sogar Stalins leibhaftiger Schatten treffen in dieser wilden und manchmal fantastischen Erzählung aufeinander: ein schillerndes Mosaik der Sowjetunion kurz vor der folgenreichen Vernetzung der Welt.






Gott der Barbaren
China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.







Eine dieser NächteEs ist eine dieser Nächte, die man durcher­zählen muss. Das zumindest findet Bill, der auf dem Flug von Bangkok nach Zürich neben Emma sitzt. Bill geht ihr gehörig auf die Nerven. Mit Donnerstimme erzählt er aus seinem Leben – und um sein Leben, und nicht nur Emma, sondern auch andere Passagiere sind gezwungen zuzuhören. Trotz ihres Widerstands werden sie aber alle, Emma, Michael, Stefan, Walter und ein Junge, ja, auch die japanische Familie in der hinteren Sitzrei­he, vom Sog der Geschichten erfasst, wobei eigene Geschichten und Phantasien wachgerufen werden. Alle diese Geschichten fügen sich zu einem Rei­gen, bei dem sich ungeahnte Bezüge und Entspre­chungen und ein geheimnisvoller Mittelpunkt her­ ausschälen. Denn Bill beschwört sprachgewaltig Orte, Leute und seltsame Wesen herauf. Die zwölf Stunden dieser Flugnacht entwickeln einen gefähr­lichen Reiz – und bekommen nicht allen gleich gut.






Alles zusammen eher wieder schwer und etwas deprimierend. Manchmal sogar mehr als etwas. Lacht euch eines davon an?